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Solon
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Solon (altgriechisch ÎŁÏλÏΜ SĂłlĆn []; * wohl um 640 v. Chr. in Athen; â vermutlich um 560 v. Chr.) war ein athenischer Staatsmann und Lyriker. Angesichts der ansonsten spĂ€rlichen und gerade mit Blick auf chronologische Fragen unsicheren Ăberlieferungcite-ref-1[1] zu den Akteuren und Entwicklungen im archaischen Griechenland sind die erhaltenen Zeugnisse von Solons Wirken vergleichsweise reichhaltig.cite-ref-2[2] Daraus ergibt sich der Eindruck, dass Solon als Gesellschaftsanalytiker, Politiker und Reformer in einer tiefgreifenden Krise der attischen Polis, aber auch als Dichter, Philosoph und Redner frĂŒh ein auĂergewöhnliches Ansehen gewann, das bis heute ausstrahlt.cite-ref-3[3]
In der Antike wurde Solon unter die sieben Weisen Griechenlands gezĂ€hlt. Die moderne Forschung beschĂ€ftigt vor allem sein politisches Denken und Handeln als Wegbereiter einer Entwicklung, die in Athens klassischer Zeit zur attischen Demokratie fĂŒhrte. Herausragende Merkmale des von ihm vermittelten PolitikverstĂ€ndnisses waren zum einen Verbot, RĂŒckabwicklung und Ăchtung der Schuldsklaverei in Athen, zweitens Mitverantwortung und Einsatz jedes einzelnen BĂŒrgers fĂŒr die gerechte Ordnung (Eunomie) im Polisverband sowie drittens die dauerhafte Bindung der GesamtbĂŒrgerschaft an die Herrschaft eines schriftlich fixierten Gesetzeswerks.
Statt seine herausgehobene Stellung als Neuordner und Gesetzgeber der Athener mit dem Streben nach Alleinherrschaft (Tyrannis) zu verbinden, wie es seine MitbĂŒrger wohl teils von ihm erwarteten, verlieĂ Solon seine Heimatstadt nach Vollendung des Reformwerks fĂŒr lange Zeit und ging auf Reisen. Die neue Ordnung war somit in die Eigenverantwortung der BĂŒrger gelegt und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit auf deren Umgang damit angewiesen.
Contents
âą Auf Reisen
âą Lebensende
âą Siehe auch
âą Textausgaben
âą Literatur
âą Weblinks
âą Anmerkungen
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Unklare Ăberlieferung
Manche Aspekte der Ăberlieferung zu Solon sind zweifelhaft, sind bis zur Unwahrscheinlichkeit unsicher und umstritten. Die Ungewissheiten betreffen sowohl Aspekte der Vita, der ReformtĂ€tigkeit und der Gesetzgebung Solons als auch die erhaltenen Fragmente seiner Dichtung, die erst in Zeugnissen spĂ€terer Jahrhunderte ĂŒberliefert sind.
Gleichwohl gehören auch die problematischen Ăberlieferungsbestandteile zu einer Gesamtdarstellung Solons; denn die Bedeutung einer solchen aus weit entfernter Vergangenheit nachwirkenden historischen Persönlichkeit beruht nicht allein auf dem, was sie war und tat, sondern auch auf dem, was ihr zugeschrieben wurde und wird. Bei Solon betrifft dies insbesondere Rolle und Anteil am Zustandekommen der attischen Demokratie. Beide Dimensionen â recht gut Gesichertes wie auch stark Bezweifeltes â werden nachstehend wiedergegeben, wo möglich in passender Zuordnung. Ein Aufriss der mit den Unklarheiten der Quellenlage verbundenen DeutungsspielrĂ€ume gemÀà neuerem Forschungsstand findet sich unten.
Weltoffener Athener
Solon soll als Sohn des Exekistides dem Geschlecht der Medontiden entstammen, das sich auf den mythischen letzten athenischen König Kodros zurĂŒckfĂŒhrte.cite-ref-4[4] Auch die Mutter Solons entstammte nach dem Zeugnis Plutarchs einem aristokratischen Geschlecht und war die Cousine der Mutter des spĂ€teren Tyrannen Peisistratos. Zu den besonders Reichen in der adligen Athener FĂŒhrungsschicht soll Solon jedoch nicht gehört haben. Im Gegensatz zu vielen seiner Standesgenossen, die andere als landwirtschaftliche EinkĂŒnfte fĂŒr unwĂŒrdig ansahen, scheint sich Solon auch in ĂŒberregionalen HandelsgeschĂ€ften engagiert zu haben.cite-ref-5[5] Schon gegen Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr. sind athenische Töpferkunst und Vasenmalerei vereinzelt im Nildelta und bei Massilia (Marseille) nachweisbar. Möglicherweise begann zu dieser Zeit der Export athenischen Olivenöls.cite-ref-6[6]
Beredter MilitÀrstratege
An der Griechischen Kolonisation des Mittelmeerraums nicht beteiligt und im Handelsverkehr noch unbedeutend, etwa im Vergleich zu Korinth und Megara, besaĂ Athen bis zur Zeit Solons nur einen im Osten Attikas gelegenen, handelsstrategisch unbedeutenden Seehafen. Verbesserte Entwicklungsmöglichkeiten fĂŒr den attischen Seehandel hingen davon ab, dass die Athen vorgelagerte Insel Salamis, die die Megarer in ihrem Besitz hatten, unter attische Kontrolle gelangte. FĂŒr diesen Plan intensiv werbend und die MitbĂŒrger mit hohem eigenen Einsatz in diesem Ziel einend, spielte Solon bei der Eroberung von Salamis auch als MilitĂ€rstratege eine Hauptrolle.
Die diesbezĂŒglichen Auseinandersetzungen der Athener mit den Megarern verliefen jedoch anscheinend wechselhaft und zogen sich in die LĂ€nge. Die Entscheidung zugunsten Athens fiel möglicherweise erst im zweiten Viertel des 6. Jahrhunderts v. Chr. unter wichtiger Mitwirkung von Solons entferntem Verwandten Peisistratos.cite-ref-7[7] Jedenfalls erlangte Solon in diesem Zusammenhang Aufmerksamkeit, Ansehen und Einfluss unter seinen MitbĂŒrgern.
Im Bund mit dem Orakel von Delphi
Zu Solons besonderer Stellung unter den Athenern soll auch sein Engagement bei der Verteidigung der berĂŒhmten antiken OrakelstĂ€tte in Delphi beigetragen haben, fĂŒr die er sich energisch einsetzte. Die delphischen Priester hatten um Hilfe gegen die KrisĂ€er gebeten, die den Zugang zum Heiligtum vom Meer aus kontrollierten und den nach Delphi Anreisenden mit erzwungenen Abgaben hart zusetzten. Einige dem Orakel besonders nahestehende Poleis, darunter auch das von Solon vertretene Athen, erklĂ€rten den KrisĂ€ern im Namen der Delphischen Amphiktyonie den Ersten âHeiligen Kriegâ, an dessen Ende die Zerstörung Krisas stand.cite-ref-8[8]
Ăber seine Verbindungen nach Delphi hatte Solon Anschluss an die auĂerathenischen geistigen Strömungen seiner Zeit. Im Zuge der griechischen Kolonisation war die OrakelstĂ€tte zu einem wichtigen Umschlagplatz fĂŒr Gedanken und Informationen aus der gesamten griechischen Poliswelt geworden. Neben technischen und geographischen Fragen der KoloniegrĂŒndung spielten dabei Probleme der politischen Organisation sowie sozial- und wirtschaftspolitische MaĂnahmen eine wichtige Rolle. Krisenhafte Entwicklungen in diversen Poleis und mögliche Lösungen wurden in Delphi und von den in diesem Umkreis aktiven Denkern reflektiert. In Bezug auf Probleme der politischen Ordnung könnte Solon dabei eine besondere Rolle gespielt haben, womöglich die eines Vorreiters.cite-ref-9[9]
Vordenker des Politischen
Hinweise auf die politisch-programmatischen Kernvorstellungen Solons ergeben sich hauptsĂ€chlich aus den ĂŒberlieferten Fragmenten seiner Elegien.cite-ref-10[10] Sie wurden öffentlich vorgetragen und sollten einerseits in der aktuellen Krisenlage der Polis die Zuhörer fĂŒr die darin enthaltenen GrundsĂ€tze gewinnen, andererseits in dieser noch âmĂŒndlichâ geprĂ€gten Gesellschaft aber auch fĂŒr deren Verbreitung und dauerhafte Verankerung als Dichtung sorgen.cite-ref-11[11] In Solons Versen wurde erstmals das Bild eines durch Gesetze gerecht geordneten und von der Mitwirkung der BĂŒrger getragenen Gemeinwesens entworfen. Die gemeinschaftsbildende Bezeichnung âunsere Polisâ ist zuerst bei ihm zu finden.cite-ref-12[12] Die von Solon angestrebte gute gesellschaftliche Ordnung, die Eunomie, zielte vermeintlich auf Wiederherstellung einer frĂŒheren sozialen Ordnung, die aus dem Lot gekommen war. Dennoch waren es etwa fĂŒr den Historiker Christian Meier groĂe Entdeckungen, die Solon in seinen Elegien vorgetragen hat: sowohl die vom Status quo stark abweichende gerechte Ordnung als auch die unmittelbare Eigenverantwortung der BĂŒrger fĂŒr Wohl und Wehe der Polis.cite-ref-13[13]
Krise der Polis als soziale Gemeinschaft
Anlass der Berufung Solons in die herausgehobene Funktion des Schlichters und Versöhners der athenischen BĂŒrgerschaft mit weitgehenden Vollmachten fĂŒr eine Neuordnung der VerhĂ€ltnisse war eine tiefgreifende gesellschaftliche Spaltung, hervorgerufen durch zunehmende Existenznöte und Schuldsklaverei im verarmten AckerbĂŒrgermilieu. Die Ursachen einer sich offenbar akut zuspitzenden Verschuldungskrise bei Teilen der BĂŒrgerschaft werden in einem unter herrschenden adligen GroĂgrundbesitzerkreisen verbreiteten, rĂŒcksichtslosen Gewinnstreben auf Kosten der Kleinbauernschaft gesehen. Dabei war es dem Reichen möglich, einen bei ihm verschuldeten MitbĂŒrger zu seinem Schuldsklaven zu machen â wenn der seine Schulden nicht begleichen konnte â und ihn sogar nach auĂerhalb Athens zu verkaufen. Die daraus resultierende verbreitete Furcht anderer ArmutsgefĂ€hrdeter, mit der Existenzgrundlage auch die persönliche Freiheit zu verlieren, löste unter anderem radikale Forderungen nach gleichem Landbesitz (Isomoria) fĂŒr alle attischen BĂŒrger aus. Das stellte aber die Grundfesten der gesamten bisherigen Sozialordnung in Frage, sodass Solons Berufung zum Schlichter auch von nicht wenigen Vermögenden in der traditionellen FĂŒhrungsschicht unterstĂŒtzt wurde.cite-ref-14[14]
Solon selbst propagierte als EntstehungsgrĂŒnde fĂŒr die Krise seiner Vaterstadt die UnersĂ€ttlichkeit und Habsucht fĂŒhrender Kreise, die die ĂŒberkommene Ordnung missachteten und teils rĂ€uberisch an sich rissen, was doch allen gehörte. Er geiĂelte die Knechtung und den Verkauf von BĂŒrgern in die Fremde und erklĂ€rte, dass kein einziger BĂŒrger den unheilvollen Folgen der inneren Zerstrittenheit der Polis entkommen könne, da jeder noch im eigenen Haus und Besitztum von ihnen eingeholt werde.cite-ref-15[15]
Gerechte Ordnung und Gestaltung der Polis: Eunomie
Die eindringliche, bildreiche Sprache der ĂŒberlieferten Fragmente von Solons Elegien lĂ€sst erkennen, dass es ihm darin nicht vornehmlich um nĂŒchterne Zustandsbeschreibung oder gar detaillierte Analyse geht, sondern gewiss auch darum, die Adressaten seiner Botschaft zu packen und mitzureiĂen.cite-ref-16[16] WĂ€hrend er einerseits die MitbĂŒrger zu Vernunft, MĂ€Ăigung und Selbstbeherrschung anhĂ€lt, steckt in seiner Dichtung andererseits die Erkenntnis, dass es auf dem Weg zu einer neuen BĂŒrgermoral nicht genĂŒgt, den Verstand anzusprechen, sondern dass eine solche Umorientierung auch in anderen Bezirken der menschlichen Psyche verankert werden mĂŒsse.cite-ref-17[17]
In der Forschung umstritten und ungeklĂ€rt ist, inwieweit Solon selbst göttliche KrĂ€fte in der Polis mitwirken sieht; klar jedoch ist, dass er menschliches Fehlverhalten als Ursache der Krise in bis dahin ungekannter Deutlichkeit hervorhebt und zugleich auf die Zeus-Tochter Dike als Verkörperung des Rechts und Strafgerichts verweist. Auch Eunomia hat als Schwester der Dike Attribute von Heiligkeit, die Solon fĂŒr seinen Erneuerungsansatz gebrauchen konnte. In schĂ€rfstmöglichem Gegensatz zur Dysnomie â der eingetretenen groben Fehlentwicklung mit sozialen Verwerfungen â preist Solon die Eunomie als wirksames Heilmittel fĂŒr die Polis in ihrer Not: âRauhes glĂ€ttet sie, macht der Gier ein Ende, Freveltat schwĂ€cht sie, [âŠ] sie endet die Werke der Zwietracht, endet schmerzlichen Streites Bitterkeit, und es ist durch sie alles unter den Menschen passend und vernĂŒnftig.âcite-ref-18[18]
Als göttliches Symbol fĂŒr ein wohlgeordnetes Gemeinwesen wird Eunomie bei Solon zu einem âInbegriff der Ordnung, die von allen BĂŒrgern in gemeinsamer Anstrengung angestrebt werden soll.âcite-ref-19[19] Ăber Einzelheiten der Beschaffenheit dieser von allen mitzugestaltenden und allen zugute kommenden Ordnung des Gemeinwesens Ă€uĂert sich Solon in den erhaltenen Elegien nicht. Doch lĂ€sst er keinen Zweifel daran, dass er sich berufen und imstande sieht, seinen MitbĂŒrgern den Weg zu einer solchen Ordnung zu weisen: âDas zu lehren die Athener heiĂt mich drĂ€ngende Regung [âŠ]âcite-ref-20[20]
Staats- und Gemeinwesen in jedermanns Verantwortung
Eunomie im Sinne Solons lĂ€sst sich fĂŒr Michael Stahl nicht als Zustandsbeschreibung begreifen, sondern als Verkörperung eines durch die TĂ€tigkeit der BĂŒrger gespeisten Prozesses mit dem Ziel, die VerhĂ€ltnisse im eigenen Gemeinwesen in Ordnung zu bringen und bestmöglich zu entwickeln.cite-ref-21[21] Die gesamte Athener BĂŒrgerschaft, so Karl-Wilhelm Welwei, ist von Solon aufgerufen, den Zusammenhang zwischen der maĂlosen Raffgier der MĂ€chtigen und dem dadurch bedingten Elend der Armen zu erkennen. Indem die BĂŒrger sich mit der Polis identifizieren, indem jeder einzelne rechtlich handelt, wird die Polisordnung von allen gemeinsam getragen und die gerechte Ordnung im öffentlichen Leben wiederhergestellt.cite-ref-22[22]
Zur allgemeinen StĂ€rkung von Mitverantwortung und Partizipation aller BĂŒrger im Polisverband traf Solon in seinem Reformwerk einige Vorkehrungen. Im Bereich der politischen Institutionen schuf er als Gegengewicht zur reinen Adelsvertretung im Areopag einen Rat der 400 mit eigenen Kompetenzen. Die von ihm eingesetzten Volksgerichte brachten ebenfalls neue Beteiligungsmöglichkeiten und Mitverantwortlichkeiten fĂŒr breitere BĂŒrgerschichten in einem besonders wichtigen Feld öffentlicher Ordnung. Mit der EinfĂŒhrung der Popularklage war jeder BĂŒrger Athens berechtigt und angehalten, VerstöĂe gegen die Polisordnung zumal von AmtstrĂ€gern zur Anklage zu bringen. Den Einsatz aller BĂŒrger fĂŒr wichtige Belange des Gemeinwesens erheischte auch das Stasisgesetz, das bei Aufruhr der BĂŒrgerschaft jeden verpflichtete, fĂŒr eine der Konfliktseiten Partei zu ergreifen. Der solonische Ursprung dieses Gesetzes wird in der neueren Forschung allerdings vorwiegend bezweifelt bzw. abgelehnt.
Auch ohnedies ergibt sich aus Programm und Inhalt von Solons Wirken aber die Erkenntnis, dass durch ihn eine mit allgemeiner BĂŒrgerverantwortung und politischer Teilhabe verbundene politische Ordnung grundgelegt wurde. Bereits fĂŒr Solons Poliskonzept passt, was der Historiker Thukydides spĂ€ter seinen Zeitgenossen Perikles ĂŒber Athen sagen lĂ€sst: âBei uns nĂ€mlich heiĂt einer, der dem (Politischen) gĂ€nzlich fern steht, nicht âungeschĂ€ftigâ, sondern âunnĂŒtzââŠâcite-ref-23[23]
Reformer in der Staatskrise
Die Frage, wann Solon in Athen zum Konfliktvermittler (Aisymnet) berufen wurde und sein Reformwerk vollbrachte, wurde in der Forschung ĂŒblicherweise mit seiner Wahl zum Archon in Verbindung gebracht und auf 594/3 v. Chr. datiert. Allein diese Position im höchsten Staatsamt habe ihm als Machtbasis fĂŒr derart tiefgreifende NeuordnungsmaĂnahmen dienen können. Allerdings waren mit dieser Grundannahme nach MaĂgabe der Quellen diverse Ungereimtheiten fĂŒr die Chronologie der solonischen Vita und fĂŒr die GlaubwĂŒrdigkeit bestimmter Ăberlieferungsaspekte verbunden.
Mortimer Chambers fĂŒhrt eine Reihe von GrĂŒnden an, die dafĂŒr sprechen, Solons Reformwerk deutlich spĂ€ter zu datieren, darunter anarchische ZustĂ€nde in Athen 590 und 586 sowie das âlange Archontatâ des Damasias 582â580 v. Chr. Er sieht darin mögliche Indizien einer Krise, die einer auĂerordentlichen Gesetzgebung vorangegangen sein könnten. Die antiken Historiker des fĂŒnften Jahrhunderts v. Chr., so Chambers, hĂ€tten ihrerseits zwecks Datierung der solonischen Reformen womöglich mangels genauerer Kenntnis einfach Solons Archontat als Fixpunkt genommen. Doch habe zum Beispiel auch Kleisthenes seine Reform lange nach dem eigenen Archontat auf den Weg gebracht. Chambers schlĂ€gt fĂŒr die solonischen Reformen unter Heranziehung weiterer Gesichtspunkte den Zeitraum zwischen 575 und 570 v. Chr. vor.cite-ref-24[24] UnterstĂŒtzt wird er darin zum Beispiel von Charlotte Schubert: âDie Alternative wĂ€re, sehr viel aus den erhaltenen Beschreibungen zu seinem Leben, insbesondere seine Reisen und seine Kontakte zu anderen historischen Personen, als anachronistisch oder sogar fĂŒr fiktiv zu erklĂ€ren. Damit verlöre man jedoch einen ganz wesentlichen Teil der antiken Tradition.âcite-ref-25[25]
Solons Langzeitwirkung und Nachruhm betreffend, waren die MaĂnahmen zur Restabilisierung des Polisverbands und zu institutionalisierter politischer Partizipation zweifellos ausschlaggebend. Sein Reformansatz erstreckte sich aber darĂŒber hinaus auf wichtige Bereiche in Wirtschaft, Gesellschaft und Recht, die zu einer grundlegenden Neuordnung des Gemeinwesens unterstĂŒtzend beitragen sollten. Dazu gehörten unter anderem Impulse fĂŒr den Athener AuĂenhandel, eine sogenannte MĂŒnzreform, die EinfĂŒhrung von Obergrenzen fĂŒr die AnhĂ€ufung von Landbesitz in den HĂ€nden einzelner sowie Bestimmungen zum BĂŒrgerrecht. FĂŒr Josiah Ober ergab das Gesamtpaket der solonischen Reformen âeinen regelrechten Neustartâ der athenischen Gesellschaft. Es habe Athen auf einen Weg gebracht, der schlieĂlich zu Demokratie und Wohlstand fĂŒhrte.cite-ref-26[26]
Beseitigung der Schuldsklaverei
Auslösendes Moment fĂŒr die Berufung Solons in die Schlichterrolle â und Grundstein seines Reformwerks auch nach eigenem Bekunden â war die fĂŒr die PolisbĂŒrgerschaft insgesamt bedrohliche ZĂŒge annehmende Verschuldungskrise von Kleinbauern. Solons Lösungsansatz bestand in einer glatten Streichung sĂ€mtlicher Schulden der Hektemoriercite-ref-27[27], die ein Sechstel ihrer Ernte als Schuldentilgung an den GlĂ€ubiger abzufĂŒhren hatten, und in der Entfernung aller diesbezĂŒglichen Markierungssteine (Horoi) von den GrundstĂŒcken der Betroffenen. Zu dieser âLastenabschĂŒttelungâ (Seisachtheia) gehörte aber auch die RĂŒckerstattung frĂŒheren Landbesitzes an mit ihrem Leib haftende Athener Schuldsklaven, und zwar auch an solche, die bereits nach auĂerhalb Attikas verkauft worden waren und nun ausgelöst wurden.
Indem Solon per Gesetz den Zugriff auf die Person eines zahlungsunfĂ€higen Schuldners fĂŒr die Zukunft verbot, beseitigte er in Athen auf Dauer die Institution der Schuldknechtschaft. Den Verlust der persönlichen Freiheit aus ArmutsgrĂŒnden hatte nun kein BĂŒrger Attikas mehr zu gewĂ€rtigen. Den Forderungen nach einer Bodenreform mit gleichen Landbesitzanteilen fĂŒr alle widersetzte er sich jedoch entschieden.cite-ref-28[28]
Zu den ĂŒberlieferten Fragmenten der solonischen Dichtung gehören auch solche, in denen er seine MaĂnahmen rechtfertigt. Dabei stellt er heraus, dass er beiden Seiten gerecht geworden sei. Dem Volk habe er gegeben, was ihm zustehe; doch auch die Wohlhabenden und MĂ€chtigen hĂ€tten durch ihn nichts UngebĂŒhrliches erlitten: âIch stellte mich hin und warf einen starken Schild ihnen beiden um, und siegen lieĂ ich keinen von beiden ohne das Recht.âcite-ref-29[29]
Welwei sieht in Solons Seisachtheia eine der folgenreichsten und wichtigsten MaĂnahmen in der Geschichte Athens. Sie habe mit dem Ziel der Sicherung des inneren Friedens nicht nur eine akute Krise entschĂ€rft, sondern die Sozialstruktur der athenischen BĂŒrgerschaft auch langfristig stabilisiert.cite-ref-30[30]
Solons Gesetzgebung â BĂŒrgeridentitĂ€t durch Rechtsgemeinschaft
Das maĂgebliche Mittel Solons, um seinen ausgreifenden gesellschaftspolitischen Reformansatz zur Geltung zu bringen und auf eine dauerhafte Grundlage zu stellen, war die schriftliche Fixierung der Neuregelungen in Gesetzesform. In einem noch weitgehend durch mĂŒndliche Kommunikation geprĂ€gten Polisalltag versprach der Schriftgebrauch erhöhte Wirkungskraft. Das NormengefĂŒge der Gemeinschaft wurde nunmehr unabhĂ€ngig von Situation und Anwendern zu einer zentralen staatlichen Institution.cite-ref-31[31]
Die schriftliche Sicherung des Gesetzeswerks wurde auf Holztafeln (Axones) vorgenommen, die ein Ensemble mit vier im rechten Winkel miteinander verbundenen beschrifteten AuĂenseiten bildeten und in der Art heutiger PostkartenstĂ€nder drehbar an Pflöcken befestigt waren.cite-ref-32[32] Die Geltungsdauer der Gesetze war ursprĂŒnglich auf 100 Jahre angelegt; die meisten von ihnen blieben aber noch bis zum Ende des 5. Jahrhunderts in Kraft. Und selbst nach ihrer Ersetzung wurden sie noch bis mindestens zum Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. im Athener Prytaneion aufbewahrt.cite-ref-33[33]
Auf dem ersten solonischen Axon stand ein wohl als flankierende MaĂnahme zur Seisachtheia anzusehendes Ausfuhrverbot fĂŒr Nahrungsmittel mit Ausnahme des Olivenöls. Vielleicht sollte damit die ausreichende Versorgung der Ă€rmeren Bevölkerung in der kritischen Ăbergangsphase nach ihrer Befreiung aus wirtschaftlicher und persönlicher AbhĂ€ngigkeit gesichert werden. In diesen Kontext gehört fĂŒr Welwei auch die EinschrĂ€nkung des athenischen BĂŒrgerrechts fĂŒr Zuwanderer. Denn nur BĂŒrger waren zum Grunderwerb berechtigt; indem Solon das vorhandene Land weitgehend fĂŒr âAltbĂŒrgerâ reservierte, mochten aus seiner Sicht die Chancen fĂŒr eine funktionierende Polisgemeinschaft und fĂŒr ein stabiles Gemeinwesen steigen.cite-ref-34[34]
Die SolidaritĂ€t der Gemeinschaft stand laut Welwei im Zentrum der solonischen Rechtsordnung. Denn die LebensverhĂ€ltnisse in der archaischen Polis bedingten vielfĂ€ltige wechselseitige Hilfeleistungen. Die von Solon eingefĂŒhrte Popularklage eröffnete diesbezĂŒglich eine zusĂ€tzliche Dimension, indem es nun auch rechtlich möglich wurde, einem MitbĂŒrger, dem von anderer Seite Unrecht geschah, durch eine Klage Beistand zu leisten. Nicht nur Diebstahl und Raub, sondern auch der Schutz Schwacher und UnmĂŒndiger bei Veruntreuung seitens ihrer Rechtsvertreter oder bei Vermögensverschwendung etwa durch MĂŒĂiggang konnten Gegenstand der Popularklage sein.cite-ref-35[35]
Die weit ausladende solonische Gesetzgebung, auf die alle Athener den Eid zu leisten hatten, wie Herodot bezeugt,cite-ref-36[36] schuf die Voraussetzungen fĂŒr einen Bewusstseinswandel. Die geheiligten Gestalten von Dike und Eunomia blieben als moralische BezugsgröĂen der Rechtsordnung zwar erhalten; ausschlaggebend fĂŒr die Unterscheidung von Recht und Unrecht war aber nun nicht mehr die individuelle AbwĂ€gung, sondern die in Gesetzen schriftlich vorliegende Rechtsordnung und die durch sie gefestigte Rechtsgemeinschaft.cite-ref-37[37]
EinkommensabhĂ€ngige politische Teilhabe â die solonische Timokratie
Die Polisgemeinschaft auf neuer Grundlage wieder zusammenzufĂŒhren, war Solons vorrangiges Ziel. Um Gleichstellung der BĂŒrger ging es ihm aber weder bei Landbesitz- und Vermögensverteilung noch bei den politischen Macht- und Einflussmöglichkeiten. Vielmehr achtete er bei der Ausgestaltung des InstitutionengefĂŒges darauf, dass zwar einerseits alle BĂŒrger zu nachhaltiger Beteiligung angeregt wurden, dass ihre Partizipationsrechte aber mit der sozialen Stellung und dem Einkommen ĂŒbereinstimmten.
Nach teils umstrittener antiker Ăberlieferung gehörte es zu den Vorgaben Solons, dass jeder Athener die Höhe seines jĂ€hrlichen Einkommens anzugeben verpflichtet war.cite-ref-38[38] Als Bemessungsgrundlage dienten TrockenmaĂe bzw. HohlmaĂe, so eine bestimmte ScheffelgröĂe (Medimnos, ca. 52,8 Liter) fĂŒr Getreide und bestimmte GefĂ€ĂgröĂen fĂŒr Olivenöl und Wein. Bei der Klassenzuordnung der BĂŒrger nach dem Prinzip der Timokratie könnten jedoch eher grobe Richtwerte gegolten haben, denn fĂŒr die Stellung im Polisverband war schon vor Solon insbesondere die FĂ€higkeit zu militĂ€rischer SelbstausrĂŒstung als Hoplit oder Reiter bedeutsam. WĂ€hrend die einkommensarmen BĂŒrger, die sich keine HoplitenrĂŒstung leisten konnten, zur Klasse der Theten zĂ€hlten, bildeten die in der Phalanx kĂ€mpfenden Hopliten die Klasse der Zeugiten (ab ca. 200 Scheffel Jahreseinkommen). Wer ein Pferd zu halten und fĂŒr den Kampf zu rĂŒsten in der Lage war, gehörte in die Klasse der Hippeis (ab ca. 300 Scheffel). Wem ein noch höheres Einkommen zur VerfĂŒgung stand, der genoss die speziellen Vorrechte der eigens so bezeichneten FĂŒnfhundertscheffler (Pentakosiomedimnoi).cite-ref-39[39]
Mit der timokratischen Klassifizierung verbunden waren abgestufte politische Rechte der Mitwirkung und der MachtausĂŒbung in Ămtern. So konnten nur FĂŒnfhundertscheffler Schatzmeister (Tamiai) werden (denn an ihrem Vermögen konnte sich die Polis im Ernstfall schadlos halten); und auch andere wichtige Ămter wie das Archontat blieben den beiden oberen Vermögensklassen vorbehalten.cite-ref-40[40] Sollte Solon als neue Institution und Gegengewicht gegen den frĂŒheren Archonten vorbehaltenen Areopag einen Rat der 400 geschaffen haben, so dĂŒrfte auch dieser auf Erweiterung der Partizipationsmöglichkeiten im Rahmen des solonischen Klassenschemas gezielt haben. Weder ZustĂ€ndigkeiten eines solchen Rates der 400 noch die Zugangsberechtigten zu ihm sind jedoch auf plausible Weise ĂŒberliefert. Die aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. stammende Darstellung in der Athenaion politeia hat in der Forschung vielerlei Fragen und Zweifel aufgeworfen.cite-ref-41[41] Institutionalisierte politische Mitbestimmung fĂŒr die beiden unteren Vermögensklassen gab es wohl vor allem in der Volksversammlung (Ekklesia) und in den mit ihr eng verbundenen Volksgerichten (Heliaia). Hier waren alle VollbĂŒrger als Stimmberechtigte zugelassen und urteilten entweder erstinstanzlich oder als Berufungsinstanz gegen Entscheidungen von Amtsinhabern.
Philipp V. Stanley kommt am Ende seiner Untersuchung wirtschaftlicher Aspekte der solonischen Reformen zu dem Ergebnis, dass die Polisgemeinschaft dadurch einen Wohlstandszuwachs und eine Ressourcenmobilisierung auch auĂerhalb des Agrarsektors erfahren hat. Nicht auf den angehĂ€uften Reichtum sei es nun in erster Linie angekommen, sondern auf ertragreiche, das Einkommen erhöhende wirtschaftliche BetĂ€tigung aller Art. Die politische Stellung der BĂŒrger sei fortan nicht mehr so sehr vom vorhandenen Besitz bestimmt gewesen, sondern vom jĂ€hrlichen Erwerbseinkommen, das ĂŒber Auf- und Abstieg innerhalb der solonischen Timokratie entschied.cite-ref-42[42] Das von Herodot als noch zu seiner Zeit gĂŒltig bezeugte Gesetz gegen UntĂ€tigkeit und MĂŒĂiggangcite-ref-43[43] unterstreicht Solons Bestreben, die Athener BĂŒrgerschaft vielfĂ€ltig zu aktivieren.cite-ref-44[44]
Weiser im alten Griechenland
Als Reformer und Gesetzgeber gelang es Solon mit einer politischen Neuordnung, den drohenden BĂŒrgerkrieg in Athen abzuwenden.cite-ref-45[45] GroĂer Dank war ihm dafĂŒr anscheinend vorerst nicht beschieden; denn er bilanzierte die ihm entgegengebrachten Reaktionen wie folgt:
âHohles dachten sie sich damals, jetzt jedoch ĂŒber mich erbittert / schauen sie mich alle schief an, wie man einen Feind anschaut. / Nicht zu Recht! Denn was ich gesagt, habe ich mit den Göttern vollendet, / weiteres aber tat ich nicht â es wĂ€re aussichtslos gewesen â und es gefĂ€llt mir nicht mit der Alleinherrschaft / Machtgewalt etwas zu tun, auch nicht daĂ am fetten Lande, / dem Vaterland, mit den Schlechten die Edlen gleichen Anteil haben.âcite-ref-46[46]
Solons Interesse und Wirkungskreis erstreckte sich aber nicht nur auf die eigene Polis. Nicht lange nach Vollendung des Reformwerks entwickelte er den Quellen zufolge eine auf zehn Jahre angelegte, ausgedehnte ReisetĂ€tigkeit und begegnete dabei anderen namhaften Zeitgenossen. Im vierten Jahrhundert v. Chr. festigte sich unter den Griechen die Vorstellung von einem Kreis der Sieben Weisen aus frĂŒherer Zeit, in dem Solon einen festen Platz hatte und bei Platon sogar als âWeisester der Siebenâ erschien.cite-ref-47[47]
Gesetzesherrschaft statt Tyrannis
Wichtige Anteile an der Solon zugesprochenen Weisheit ergeben sich aus seinem politischen Denken und Handeln. Sein Leitwert Eunomie zielte auf die Eigen- und Mitverantwortung aller BĂŒrger fĂŒr Wohlergehen der Polisgemeinschaft. Eine Alleinherrschaft in Form der Tyrannis, die Macht und Verantwortung bei einem Einzelnen konzentrierte, lehnte er nicht nur mit Blick auf andere, sondern auch fĂŒr sich selbst ab. Dabei hĂ€tte er die Gelegenheit nur beim Schopfe packen mĂŒssen, wie er nicht ohne Ironie bemerkte:cite-ref-48[48] âVon Natur ist Solon kein verstĂ€ndiger und ratschluĂstarker Mann; / denn obgleich ein Gott Herrliches anbot, nahm er es nicht an; / Er warfâs aus und zog â die Beute bestaunend â das groĂe/ Netz nicht zu, um Mut und gleich auch um den Verstand gebracht.â
Von der AuĂen- zur Eigenperspektive wechselnd, erlĂ€utert Solon seine AbwĂ€gung: Zwar hĂ€tte ihm Alleinherrschaft unermesslichen Reichtum verschaffen können; dann aber hĂ€tte er sich und mit sich auch seine Ahnen und Nachfahren der Ăchtung durch die Athener ausgesetzt.cite-ref-49[49]
Nicht schicksalhafte Notwendigkeit oder göttliche KrĂ€fte bereiten nach Solon den Boden fĂŒr Knechtschaft und Tyrannengewalt, sondern NaivitĂ€t, verzerrte Wirklichkeitswahrnehmung und die leichte VerfĂŒhrbarkeit von BĂŒrgern, die nur auf den persönlichen Vorteil bedacht sind:
âWenn ihr fortwĂ€hrend Jammervolles leidet durch eure eigene Schlechtheit, / so schiebt nicht den Göttern dieser Dinge Schickung zu! / Denn selbst habt ihr diese Leute ermĂ€chtigt, Schutzwehr gebend, / und deshalb bekamt ihr schlimme Knechtschaft. / Von euch schreitet zwar ein jeder fĂŒr sich in des Fuchses Spuren, / doch euch allen zusammen wohnt inne löchrige Einsicht. / Denn auf den Zungenschlag seht ihr und auf die Worte eines schmeichelnden Mannes, / auf das aber, was da wirklich geschieht, darauf blickt ihr mitnichten.âcite-ref-50[50]
AuĂer Raffgier und Selbstsucht kritisiert Solon an seinen MitbĂŒrgern auch die Kurzsichtigkeit ihres Tuns und Lassens. DemgegenĂŒber unterstreicht er in einem der von seiner Dichtung ĂŒberlieferten Fragmente deutlich den gegenteiligen Ansatz, nĂ€mlich sich bekannte Gefahren vor Augen zu fĂŒhren und ihnen durch entsprechendes Handeln wirksam vorzubeugen:
âAus der Wolke kommt des Schnees Gewalt und des Hagels, / Donner wird aus dem flammenden Blitz; / durch mĂ€chtige MĂ€nner geht die Stadt zugrunde, und in des Alleinherrschers / Knechtschaft stĂŒrzt ja das Volk durch Unkenntnis. / Wen man allzu weit emporhebt, den kann man nicht leicht bĂ€ndigen / spĂ€ter, sondern jetzt muĂ man alles <klug> (?) bedenken.âcite-ref-51[51]
Auch das eigene Interesse reflektierte und kalkulierte Solon in der Langzeitperspektive:cite-ref-52[52]
âWenn ich das Land geschont, / das Vaterland, und Alleinherrschaft und Machtgewalt, die unerbittliche, / nicht angerĂŒhrt und so meinen Namen nicht besudelt noch geschĂ€ndet habe, / schĂ€me ich mich keineswegs. Denn so werde ich eher â glaube ich â den Sieg davontragen / ĂŒber alle Menschen.âcite-ref-53[53]
Auf Reisen
Zum Bild des Weisen gehörte in der antiken Tradition das Reisen.cite-ref-54[54] Als Reisender erscheint Solon bei Herodot und Plutarch vor allem im Anschluss an sein Reformwerk, das die Athener nun ohne ihn als BĂŒrgergemeinschaft anwenden und mit Leben erfĂŒllen sollten. Seine ReiseaktivitĂ€ten fĂŒhrten ihn unter anderem nach Ăgypten, wo er aber vielleicht nicht zum ersten Mal weilte, wie Herodot nahelegt. Er weist auf ein Gesetz des Pharaos Amasis hin, das Solon ĂŒbernommen haben soll: âAmasis gab den Ăgyptern auch folgendes Gesetz: Jeder Ăgypter muĂ jedes Jahr dem Verwalter des Gaues angeben, wovon er lebt, und wer das nicht tut und keine rechtmĂ€Ăigen EinkĂŒnfte nachweist, wird mit dem Tod bestraft. Solon aus Athen hat dieses Gesetz von den Ăgyptern ĂŒbernommen und in Athen eingefĂŒhrt.âcite-ref-55[55]
Laut Plutarch traf Solon nach einem Besuch bei Amasis mit zwei besonders angesehenen Priestern bei Kanopus im Bereich der westlichen NilmĂŒndung zusammen und lernte dort im philosophischen Umgang mit ihnen den Mythos von Atlantis kennen. An dessen Verbreitung beteiligte er sich dann mit einer Elegie selbst, wie Platon festhielt.cite-ref-56[56]
Als bedeutsam geschildert wird auch Solons Aufenthalt auf Zypern, wo er König Philokypros bei einer Stadtanlage beriet, die sich sodann als besonders attraktiv erwiesen haben soll. Nach Solon benannte sie der dankbare König Soloi. Der so Geehrte revanchierte sich in einer Elegie mit GlĂŒckwĂŒnschen: âMögst du mit deinem Geschlecht, lang ĂŒber die Solier herrschend, wohnen in dieser Stadt, welche die eurige ist. Doch mich geleite auf eilendem Schiff vom ruhmreichen Eiland ungefĂ€hrdet hinweg Kypris, mit Veilchen bekrĂ€nzt. Möge sie Dank fĂŒr die GrĂŒndung der Stadt und Ruhm mir bescheren, Heimkehr auch in das Land, welches das unsere ist.âcite-ref-57[57]
Lehrmeister des Krösus?
In den Quellen besonders eingehend dargestellt wird Solons Erscheinung als Weiser in der Begegnung mit dem lydischen König Kroisos in Sardes. Ob dieses Ereignis ĂŒberhaupt stattgefunden hat, war aber bereits in der Antike recht zweifelhaft. Plutarch erklĂ€rt sein Festhalten daran und die ausgiebige eigene Schilderung dieses Zusammentreffens mit seiner Weigerung, âeine so berĂŒhmte, von so vielen Zeugen berichtete Geschichte, die, was noch wichtiger ist, dem Charakter Solons entspricht und seiner hohen Gesinnung und Weisheit wĂŒrdig ist, preiszugeben einigen sogenannten chronologischen Tabellen zuliebe, an denen unzĂ€hlige herumbessern und doch bis heute zu keiner allgemeinen Lösung der WidersprĂŒche gelangen könnenâ.cite-ref-58[58] Der Abgleich von Solons Reisedaten und Lebensstationen mit der Regierungszeit des Krösus lĂ€sst laut Chambers aber auch aus heutiger Sicht fĂŒr eine Zusammenkunft nur wenig Raum: âchronologisch schwierig, doch nicht ganz unmöglichâ.cite-ref-59[59]
Den Schilderungen Herodots und Plutarchs nach wurde Solon in Sardes gastlich aufgenommen und mit dem Glanz des Hoflebens und der FĂŒlle der PalastschĂ€tze grĂŒndlich vertraut gemacht. Nach vier Tagen habe Krösus die Frage gestellt, wen er, Solon, der schon so weit herumgekommen sei und dem der Ruf besonderer Weisheit vorauseile, fĂŒr den GlĂŒcklichseligsten unter den Menschen halte. Zur EnttĂ€uschung seines Gastgebers nannte Solon an erster Stelle den Athener Tellos und auf weiteres Befragen an zweiter Stelle das argivische BrĂŒderpaar Kleobis und Biton. Dem Tellos wie auch dem BrĂŒderpaar bescheinigte Solon zur BegrĂŒndung, dass sie nicht nur beispielhaft rechtschaffen gelebt, sondern auch in allen Ehren den Tod gefunden hatten. UnglĂ€ubigkeit und Zorn habe es bei Krösus hervorgerufen, dass so einfache BĂŒrger ihm an GlĂŒck voraus sein sollten, heiĂt es in der Ăberlieferung. Solon habe ihn mit der ErklĂ€rung zu besĂ€nftigen gesucht, dass niemand bereits vor seinem Ende als glĂŒckselig angesehen werden könne, sondern erst, wenn er sein Leben in Wohlgefallen beschlossen habe.cite-ref-60[60]
Krösus bekam angesichts seines weiteren Schicksals Anlass, sich Solons zu erinnern. Erst verlor er durch den Tod des Sohnes Atys den Thronfolger; danach verspielte er im Krieg gegen den Perserkönig Kyros II. sein Königreich. Von diesem auf den Scheiterhaufen gebracht, soll er Solons Namen mehrfach ausgerufen, dadurch des Kyrosâ Neugier geweckt haben und schlieĂlich verschont worden sein.cite-ref-61[61] Plutarch beschlieĂt seine diesbezĂŒgliche Darstellung mit dem Hinweis, Solon habe also den Ruhm, mit seinem Auftreten gegenĂŒber Krösus sowohl diesem das Leben gerettet zu haben als auch einen weiteren König, den Kyros, weiser gemacht zu haben.cite-ref-62[62]
Lebensende
Nach Athen zurĂŒckgekehrt, versuchte Solon vergeblich den wieder aufgebrochenen ZerwĂŒrfnissen in der Stadt entgegenzuwirken und der sich anbahnenden Peisistratiden-Tyrannis Widerstand zu leisten. Von Legendenbildung zweifelhaft ĂŒberformt erscheint Plutarchs Schilderung, wonach Solon sich auf den Markt begab, um die MitbĂŒrger in eindringlicher Rede noch einmal zur Verteidigung der Freiheit des Gemeinwesens aufzurufen. Angesichts ausbleibender Resonanz sei er sodann nach Hause gegangen und habe seine Waffen vor die TĂŒr auf die StraĂe gelegt mit dem Bekunden, Polis und Gesetze nun gemÀà seinen KrĂ€ften verteidigt zu haben. Den Rest des Lebens habe er in ZurĂŒckgezogenheit und Ruhe verbracht und sei fĂŒr Peisistratos, der ihm allen Respekt erwiesen und die solonische Gesetzgebung groĂteils habe fortbestehen lassen, sogar noch zum Ratgeber geworden.cite-ref-63[63]
Lebendige Nachwirkung
In seinen Rollen als exemplarischer Weiser, Versöhner und Gesetzgeber der Polisgemeinschaft hat Solon einen ĂŒber Platon, Aristoteles und Cicero bis in die Gegenwart sich erstreckenden Nachruhm erhalten. Authentisches und LegendĂ€res sind dabei zu einer komplexen und von der Forschung allenfalls mĂŒhsam auszudifferenzierenden Einheit verschmolzen. Unsicherheiten bei der Bestimmung der tatsĂ€chlichen historischen Verortung Solons sind vor allem darin begrĂŒndet, dass die Autoren der literarischen Hauptquellen zu Solon, nĂ€mlich Herodot, Aristoteles und Plutarch, erst im Abstand von ĂŒber einem bis zu sieben Jahrhunderten nach Solons Tod ĂŒber ihn und sein Werk berichtet haben.
Waren fĂŒr die Antike vorwiegend Solons in AussprĂŒchen festgehaltene QualitĂ€ten als Weiser bedeutsam, so beschĂ€ftigt die moderne Forschung eher Solons Agieren als Staats- und Gesellschaftsreformer sowie speziell seine Bedeutung fĂŒr den Entstehungsprozess der attischen Demokratie. In einer der jĂŒngsten Untersuchungen â ĂŒber Solon, âden Denkerâ â werden zwei PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten zitiert: James Madison als Bewunderer des âunsterblichen Gesetzgebersâ Solon, Woodrow Wilson mit seiner EinschĂ€tzung, Solon habe Athen eine festgefĂŒgte und eindeutige Verfassung gegeben.cite-ref-65[65]
Solonische Sentenzen
Die nachstehende Sammlung Solonischer Spruchweisheiten teilt die Unsicherheiten, die aus der Quellenlage insgesamt resultieren. Auch die erhaltenen Fragmente der Elegien Solons, die wortwörtlicher Ăberlieferung zu entstammen scheinen, sind erst in Aufzeichnungen aus spĂ€teren Jahrhunderten nachweisbar. Einige sind den ĂŒberlieferten Fragmenten seiner Dichtung zu entnehmen, andere einer Zusammenstellung des Demetrios von Phaleroncite-ref-66[66]:
âą Allen gefallen ist schwer, geht es um wichtige Tat. áŒÏÎłÎŒÎ±ÏÎč (γΏÏ) áŒÎœ ÎŒÎ”ÎłÎŹÎ»ÎżÎčÏ Ï៶ÏÎčΜ áŒÎŽÎ”áżÎœ ÏαλΔÏÏΜ
âą In der Tat, bei allen Werken ist Gefahr im Spiel, und niemand weiĂ, / wo er am Ende landen wird, wenn die Sache beginnt; Ï៶ÏÎč ÎŽáœČ ÏÎżÎč ÎșÎŻÎœÎŽÏ
ÎœÎżÏ áŒÏáŸż áŒÏÎłÎŒÎ±ÏÎčΜ, ÎżáœÎŽáœČ ÏÎčÏ ÎżáŒ¶ÎŽÎ”Îœ / ÏáżÎč ÎŒÎλλΔÎč ÏÏÎźÏΔÎčΜ ÏÏÎźÎŒÎ±ÏÎżÏ áŒÏÏÎżÎŒÎÎœÎżÏ
·
âą Nichts im ĂbermaĂ. ÎηΎáœČΜ áŒÎłÎ±Îœ.cite-ref-67[67]
âą Sitze nicht zu Gericht, sonst wirst du dem Verurteilten ein Feind sein. ÎÏÎčÏáœŽÏ ÎŒáœŽ ÎșΏΞηÏο· Δጰ ÎŽáœČ ÎŒÎź, Ïáż· ληÏΞÎΜÏÎč áŒÏΞÏáœžÏ áŒÏáż.
âą Fliehe die Lust, die Unlust gebiert. áŒšÎŽÎżÎœáœŽÎœ ÏΔῊγΔ, ጄÏÎčÏ Î»ÏÏηΜ ÏÎŻÎșÏΔÎč.
âą Wahre deine AnstĂ€ndigkeit treuer als deinen Eid. ΊÏλαÏÏΔ ÏÏÏÏÎżÏ
ÎșαλοÎșÎ±ÎłÎ±ÎžÎŻÎ±Îœ áœ
ÏÎșÎżÏ
ÏÎčÏÏÎżÏÎÏαΜ.
âą Siegle deine Worte mit Schweigen, dein Schweigen mit dem rechten Augenblick. ÎŁÏÏαγίζοÏ
ÏÎżáœșÏ ÎŒáœČΜ λÏγοÏ
Ï ÏÎčÎłáż, ÏᜎΜ ÎŽáœČ ÏÎčÎłáœŽÎœ ÎșαÎčÏáż·.
âą LĂŒge nicht, sondern sprich die Wahrheit. Îᜎ ÏΔÏÎŽÎżÏ
, áŒÎ»Î»áŸż áŒÎ»ÎźÎžÎ”Ï
Δ.
âą Um Ernstes bemĂŒh dich. ΀ᜰ ÏÏÎżÏ
ΎαáżÎ± ΌΔλÎÏα.
âą Hab nicht mehr Recht als deine Eltern. Î€áż¶Îœ ÎłÎżÎœÎÏΜ Όᜎ λÎγΔ ÎŽÎčÎșαÎčÏÏΔÏα.
âą Freunde erwirb nicht rasch; die du aber hast, verwirf nicht rasch. ΊίλοÏ
Ï ÎŒáœŽ ÏαÏáœș ÎșÏáż¶, ÎżáœÏ ÎŽáŸż áŒÎœ ÎșÏÎźÏáż, Όᜎ ÏαÏáœș áŒÏοΎοÎșÎŻÎŒÎ±Î¶Î”.
âą Lerne beherrscht zu werden, und du wirst zu herrschen wissen. áŒÏÏΔÏΞαÎč ΌαΞÏΜ, áŒÏÏΔÎčΜ áŒÏÎčÏÏÎźÏáż.
âą Wenn du von anderen Rechenschaft forderst, gib sie auch selbst. ÎáœÎžÏÎœÎ±Ï áŒÏÎÏÎżÏ
Ï áŒÎŸÎčáż¶Îœ ÎŽÎčÎŽÏΜαÎč, Îșα᜶ αáœÏáœžÏ áœÏΔÏΔ.
âą Rate nicht das Angenehmste, sondern das Beste den BĂŒrgern. ÎŁÏ
ÎŒÎČÎżÏλΔÏ
Δ Όᜎ Ïᜰ ጄΎÎčÏÏα, áŒÎ»Î»áœ° Ïᜰ ÎČÎλÏÎčÏÏα.
âą Meide schlechte Gesellschaft. Îᜎ ÎșαÎșÎżáżÏ áœÎŒÎŻÎ»Î”Îč.
âą Den Deinen sei milde. ΊίλοÏ
Ï Î”áœÏÎÎČΔÎč.cite-ref-68[68]
âą Solon sagte, die Gesetze glichen den Spinnennetzen; wie jene hielten sie die Kleinen und Schwachen gefangen, die GröĂeren aber könnten sie zerreiĂen und freikommen. áŒÎ»Î”ÎłÎ”Îœ (scil. áœ ÎŁÏλÏΜ) ÏÎżáœșÏ ÎŽáœČ ΜÏÎŒÎżÏ
Ï ÏÎżáżÏ áŒÏαÏÎœÎŻÎżÎčÏ áœÎŒÎżÎŻÎżÏ
Ï· Îșα᜶ Îłáœ°Ï áŒÎșΔáżÎœÎ±, áŒáœ°Îœ ÎŒáœČΜ áŒÎŒÏÎÏáż ÏÎč ÎșοῊÏÎżÎœ Îșα᜶ áŒÏΞΔΜÎÏ, ÏÏÎγΔÎčΜ· áŒáœ°Îœ ÎŽáœČ ΌΔáżÎ¶ÎżÎœ, ÎŽÎčαÎșÏÏαΜ ÎżáżÏΔÏΞαÎč.cite-ref-books-jhr3xfkindsc-69-0[69]
âą Ich werde alt und lerne doch immer noch vieles dazu. ÎηÏÎŹÏÎșÏ ÎŽáŸż αጰΔ᜶ ÏÎżÎ»Î»áœ° ÎŽÎčΎαÏÎșÏÎŒÎ”ÎœÎżÏ.
LegendĂ€rer DemokratiegrĂŒnder
In der Darstellung der Verfassungsentwicklung des antiken Athen, enthalten in der Aristoteles zugeschriebenen Athenaion politeia, wird die solonische Ordnung als Anfang der Demokratie bezeichnet.cite-ref-70[70] Mit dem Hinweis auf die nachfolgende, noch demokratischere kleisthenische Ordnung und auf die von Ephialtes eingefĂŒhrte radikale Demokratie unterscheidet Aristoteles insgesamt drei verschiedene Demokratiestadien oder -typen bei der Entwicklung der attischen Polis. In der neueren Forschung wird Solons Benennung als DemokratiegrĂŒnder mit Blick auf die sozialhierarchisch-timokratisch gestuften politischen Mitwirkungsrechte bzw. -beschrĂ€nkungen oft nicht akzeptiert. Dass sein Wirken wichtige Voraussetzungen fĂŒr die kĂŒnftige Entwicklung der attischen Polis geschaffen hat, ist andererseits nahezu unbestritten.
Die Ausgangslage vor Solons Reformen war durch eine innere SchwĂ€che der Polis und ihres adligen FĂŒhrungspersonals gekennzeichnet. Dadurch wurde dem Gedanken der eigenen Mitverantwortung und den Forderungen nach institutionalisierter eigener Mitsprache Vorschub geleistet, was auf lange Sicht in die Herrschaft des Demos mĂŒndete.cite-ref-71[71] Die solonische Ordnung ĂŒberdauerte in ihren GrundzĂŒgen auch die Tyrannis: âPeisistratos und seine Söhne standen einem Personenverband gegenĂŒber, der bereits seine politische Seinsform als Polisgemeinschaft gefunden und durch die solonische Gesetzgebung in seiner sozialen und institutionellen Ordnung starken Halt gewonnen hatte.âcite-ref-72[72]
Die Verfassungsfrage
Legt man AusmaĂ und politische Wirkungen des solonischen Reformwerks zugrunde, so liegen die Begriffe Verfassung und Verfassungsgeber nahe, die auch tatsĂ€chlich hĂ€ufiger dafĂŒr gebraucht werden. Gleichwohl ist Politeia im Sinne von Verfassung fĂŒr die solonische Zeit ein anachronistischer Begriff; erst um 430 v. Chr. ist Politeia (ursprĂŒnglich: BĂŒrgerschaft) im Sinne von politischer Ordnung bzw. Verfassung sicher bezeugt.cite-ref-73[73] Darin kommt auch die Korrelation von BĂŒrgerrecht, BĂŒrgerschaft und Polisordnung zum Ausdruck. Als Politeia konnten nun auch die institutionellen Regelungen fĂŒr das Gemeinwesen in ihrer Gesamtheit gelten. Die solonische Eunomie hingegen stand vornehmlich fĂŒr das BewĂ€hrte und GĂŒltige, fĂŒr Richtiges und Verpflichtendes im Zusammenleben der Menschen.cite-ref-74[74]
Doch als Vorbild eines weisen Gesetzgebers blieb Solon auch in spĂ€teren Jahrhunderten eine unbestrittene AutoritĂ€t. Die alleinige Rechtsquelle waren fortan Gesetze. Die Rechtsprechung war daran gebunden und schuf bei der praktischen AusĂŒbung kein neues Recht, wie auch die Klageformen unverĂ€ndert ĂŒberdauerten. âSo bestimmten Prinzipien, die aus den Ordnungs- und Rechtsvorstellungen der archaischen Zeit zu erklĂ€ren sind, noch in klassischer Zeit das Anklage- und Klagerecht und die diesbezĂŒglichen ProzeĂformen.âcite-ref-75[75]
Zuschreibungen in der Antike
Anders als Herodot, der Solon als Gesetzgeber und Weisen wĂŒrdigt, wird dieser im Geschichtswerk des Thukydides gar nicht erwĂ€hnt. In der attischen Komödie des 5. Jahrhunderts v. Chr. ist Solon bzw. ist seine Gesetzgebung öfters vertreten. Kratinos bringt ihn in dem TheaterstĂŒck Cheirones auf die BĂŒhne, und zwar als Vertreter einer guten alten Zeit angesichts unerfreulicher VerhĂ€ltnisse in der entwickelten attischen Demokratie. Aristophanes benennt ihn in Die Wolken als einen âVolksfreund von Naturâ. Der Redner Isokrates bezeichnet Solon im 4. Jahrhundert v. Chr. zusammen mit Kleisthenes als den bedeutendsten Schöpfer der attischen Demokratie und bei anderer Gelegenheit als âBeschĂŒtzer oder Vorsteher des Volkesâ.cite-ref-76[76] WĂ€hrend Isokrates ihn somit als den Urheber der gemĂ€Ăigten Demokratie pries, war er fĂŒr Demosthenes der fatale Initiator der radikalen Demokratie. Sehr deutlich werde daran, so Schubert, dass Solons Name mit ganz unterschiedlichen Wertvorstellungen verbunden werden konnte: Seine Reputation als altehrwĂŒrdige Persönlichkeit, berĂŒhmter Gesetzgeber und Dichter war so groĂ, dass er jederzeit fĂŒr eindrĂŒckliche Legitimierungen in Anspruch genommen werden konnte, ohne dass dies auf einen konkreten Inhalt festgelegt war.cite-ref-77[77]
Von Aristoteles wird Solon als Mann der Mitte gewĂŒrdigt: Gegner sowohl einer elitĂ€ren Oligarchie als auch der radikalen Demokratie mit Beteiligung der unterklassigen Armen, Abstand haltend also von jenen Extremen, die nach aristotelischer Vorstellung beide der Tyrannis den Boden bereiten.cite-ref-78[78] Davon zeigte sich auch Cicero beeindruckt, der Solons gesetzgeberische TĂ€tigkeit öfters erwĂ€hnte und sich theoretisch und brieflich mit einzelnen seiner Gesetze befasste. Wie Platon erschien ihm Solon, auf dessen Verse er in seinen philosophischen Schriften gelegentlich Bezug nahm, âals der Weiseste Mann von den Siebenâ.cite-ref-79[79]
Bewertung durch die neuere Forschung
Seitens der neueren althistorischen Forschung wird Solon kaum als GrĂŒnder, wohl aber als Vor- und Wegbereiter der entwickelten attischen Demokratie eingeschĂ€tzt: âMit der umfassend gedachten Gestaltungsmacht ĂŒber die Ordnung der Gemeinde, mit der postulierten Ausgrenzung eines politischen Raumes und mit der Entdeckung der BĂŒrgerschaft als dessen zentraler GröĂe hat Solon entscheidende Bedingungen der athenischen Polis zum ersten Mal erkannt und zu BewuĂtsein gebracht. Von ihrer allmĂ€hlichen Verwirklichung war die Entwicklung in den Jahrhunderten nach ihm geprĂ€gt.âcite-ref-80[80] Die Wegbereiter-Funktion Solons fĂŒr die klassische demokratische Ăra Athens ergibt sich sowohl hinsichtlich der politischen Begriffsbildung als auch im Bereich der Institutionenentwicklung.
Solons Eunomie-Begriff ging der Kleisthenischen Isonomie voraus, die wiederum zur Vorstufe des erst danach sich ausprĂ€genden Demokratie-Begriffs wurde. Die im Nachgang zur Peisistratiden-Tyrannis von Kleisthenes durchgefĂŒhrten Reformen blieben wie die Solonischen an das aristokratisch-timokratische GesellschaftsgefĂŒge gebunden, erzeugten aber mit einer institutionalisierten Durchmischung der BĂŒrgerschaft im Rahmen der Phylenreform zusĂ€tzliche Anreize fĂŒr politische Partizipation und eine gemeinsame BĂŒrgeridentitĂ€t der Athener. Nimmt man das ebenfalls in der Ăra nach den Peisistratiden eingefĂŒhrte Scherbengericht (Ostrakismos) hinzu, das die Verbannung eines politisch besonders ehrgeizigen MitbĂŒrgers fĂŒr 10 Jahre ermöglichte, wird auch darin das Fortwirken von Solons Eintreten gegen jedwede tyrannische Ambition erkennbar. Insgesamt bewirkte Kleisthenes neuerlich eine Aufwertung des BĂŒrgerbegriffs sowie eine zunehmende Vertrautheit der BĂŒrger untereinander und solidarische Geschlossenheit nach auĂen. Dies befĂ€higte laut Kurt Raaflaub letztlich die Athener, zur politisch und kulturell fĂŒhrenden Macht Griechenlands zu werden.cite-ref-81[81]
Wichtige ökonomische Weichenstellungen fĂŒr die herausgehobene Stellung Athens in den nachfolgenden Jahrhunderten wurden bereits von Solon mit seinen diesbezĂŒglichen Reformen auf den Weg gebracht, so Phillip V. Stanley in der Zusammenfassung seiner diesbezĂŒglichen Untersuchung.cite-ref-82[82] Hinsichtlich Solons politischer Langzeitwirkung resĂŒmiert Michael Stahl: âMit der Erkenntnis vom Primat der Politik sowie von der Bedeutung politischer Ethik und der Funktion der Poliskultur hat Solon die Eckpfeiler des BĂŒrgerstaates aufgerichtet und die Koordinaten festgelegt, innerhalb derer sich die athenische Geschichte im 6. und 5. Jahrhundert bewegen sollte. Die archaische und klassische Geschichte Athens schlieĂen sich unter dieser Perspektive in viel höherem MaĂe, als man das in jĂŒngerer Zeit zu sehen gewohnt war, zu einer Einheit zusammen.âcite-ref-83[83]
Quellen und quellenkritische Auseinandersetzung
Mit Herodot, dem âVater der Geschichtsschreibungâ, Aristoteles, dem GrĂŒnder der peripatetischen Philosophenschule und Systematiker des Wissens seiner Zeit, sowie Plutarch, dem Moralisten und historischen Biographen einer Vielzahl bedeutender Griechen und Römer, stĂŒtzt sich die Ăberlieferung zu Solon einerseits auf groĂe Namen. Andererseits bedingen der zeitliche Abstand dieser Zeugnisse zur Ăra Solons und darin einflieĂende eigene Interessenlagen der Quellenautoren vielerlei Zweifel und kritische Reflexionen.
Herodot
Die ersten ĂŒberhaupt erhaltenen biographischen Hinweise auf Solon sind bei Herodot zu finden, der ihn als athenischen Gesetzgeber zwar erwĂ€hnt, sich aber vor allem mit dem reisenden Weisen Solon befasst. Der aus Halikarnassos stammende Ionier Herodot war an den Epen Homers geschult und stand dem zeitgenössischen attischen Drama nahe. Neben Ergebnissen gewissenhafter und genauer Studien, die Herodot auf weit ausgreifenden Reisen sammelte, ist bei ihm daher auch mit dramatischen Effekten und Legendenelementen zu rechnen. Solons Begegnung mit Kroisos und dessen Anrufung Solons auf dem Scheiterhaufen beispielsweise dĂŒrften von Herodot auf solche Weise gestaltet worden sein.cite-ref-84[84]
Aristoteles
Anders als Herodot bietet die Athenaion politeia, die von Aristoteles (oder einem seiner SchĂŒler)cite-ref-85[85] verfasst wurde, eine eingehende Darstellung des solonischen Reformwerks als eines Marksteins der Athener Verfassungsentwicklung. Angesichts der schon fĂŒr Aristoteles bestehenden Knappheit an Originalquellen handelt es sich aus der Sicht von Chambers bei der Athenaion politeia um âein Werk kluger Wiederherstellungâ. Damit ist jedoch nicht eine in jeder Hinsicht authentische und widerspruchsfreie Rekonstruktion gemeint. So ist in der Athenaion politeia von der EinfĂŒhrung eines Rates der 400 die Rede, wĂ€hrend Aristoteles andernorts in seiner staatstheoretischen Schrift Politik diesen im entsprechenden Zusammenhang gar nicht erwĂ€hnt und stattdessen feststellt, Solon habe an der Rolle des Areopags nichts geĂ€ndert.cite-ref-86[86]
Ebenfalls nicht zusammenzupassen scheint die in der Athenaion politeia behauptete EinfĂŒhrung des Losverfahrens bei der Ămterbesetzung durch Solon mit der Aussage in der Politik, auch bei den Beamtenwahlen sei es beim bisherigen Verfahren geblieben. Chambers deutet diese NichtĂŒbereinstimmung als Ausdruck einer verĂ€nderten Sichtweise des Aristoteles in Bezug auf das Entwicklungsschema der attischen Demokratie, und zwar dergestalt, dass Solon erst in der Athenaion politeia die EinfĂŒhrung der Volksgerichte, des Losverfahrens und eines zweiten Rates durch Aristoteles zuerkannt worden sei.cite-ref-87[87] Hans-Joachim Gehrke hĂ€lt diese Abweichungen dagegen nicht fĂŒr unvereinbar und versteht sie als Folgen eines jeweils etwas anderen Betrachtungsschwerpunkts bei der Darstellung: Solon war Bewahrer und Neuerer zugleich. In der Politik wird seine Bewahrer-Funktion stĂ€rker betont; in der Athenaion politeia sein Profil als Reformer.cite-ref-88[88]
Plutarch
Aus dem vergleichsweise gröĂten zeitlichen Abstand hat Plutarch die reichhaltigste antike Darstellung zu Solons Vita, Reformansatz, Gesetzgebung und Rolle als Weisem gegeben. Dabei kam es ihm in den Lebensbeschreibungen berĂŒhmter Griechen und Römer nicht so sehr auf die historischen Einzelheiten und ZusammenhĂ€nge an, sondern auf die Verdeutlichung angeblich typischer Charaktermerkmale und Besonderheiten der jeweiligen Persönlichkeit. Einzigartiges Talent bescheinigte ihm Michael Grant bei der Auswahl bezeichnender Anekdoten. Er sei ein Meister darin gewesen, das Leserinteresse zu wecken und wachzuhalten.cite-ref-89[89] Allerdings schwanke seine ZuverlĂ€ssigkeit im Faktischen stark, bedingt durch die Auswahlprinzipien fĂŒr seine Lebensbilder, die zu Verzerrungen fĂŒhrten.cite-ref-90[90] Ăberdies war es zur Zeit Plutarchs wohl oft unmöglich, unter dem Material, das ihm zu Solon vorlag, LegendĂ€res von GlaubwĂŒrdigem zu trennen.
Gleichwohl, so Lukas de Blois, habe Plutarch nicht die ihm noch vorliegenden grundlegenden historischen und biographischen Informationen manipuliert, sondern nur ihre Anordnung und Verwendung im Darstellungszusammenhang.cite-ref-91[91] Wohl seien Stereotype, GemeinplĂ€tze und Muster aus anderen seiner Lebensbeschreibungen â so der gute Staatsmann, die Interaktionen zwischen aristokratischen FĂŒhrern und dem breiten Volk oder die richtige Art mentaler Vorbereitung der Massen auf politische Reformen â auch in der Solon-Darstellung wiederzufinden. Das sei durch die anscheinend magere Quellenlage bedingt, die bereits Herodot nicht viel zu Solon habe schreiben lassen und Thukydides gar nichts. Doch die verfĂŒgbaren Fakten seiner Quellen, zu denen auch heute verlorene Chroniken Athens und andere historische Werke gehört hĂ€tten, habe Plutarch zweifellos in der gewohnt sorgfĂ€ltigen Weise ausgewertet.cite-ref-92[92]
Aktuelle Aspekte der Solon-Rezeption
Ein markantes neueres Forschungsmerkmal ist die ZusammenfĂŒhrung von Ergebnissen unterschiedlicher Spezialdisziplinen und ihr wechselseitiger Abgleich im Dialog der Althistoriker etwa mit Philologen und ArchĂ€ologen. Als Dichter und grundlegender Reformer in einer Person bietet Solon dafĂŒr reichlich Stoff. Michael Stahl betont die wichtige Funktion der Dichtung Solons fĂŒr sein politisches Wirken. Solon habe durch seine Identifikation mit dem listigen Taktierer Odysseus, der sich weniger mit der Macht des Schwertes als mit ĂŒberzeugender Rede durchzusetzen wusste, den Mythos fĂŒr die eigenen Ziele in Dienst genommen. Auch habe er die von ihm propagierte neue politische Ethik in Ăbereinstimmung mit den religiösen Hauptströmungen der Zeit vermittelt, insbesondere orientiert an dem von der delphischen Priesterschaft ausgegebenen Gebot der MĂ€Ăigung (ΌηΎáœČΜ áŒÎłÎ±Îœ â ânichts zu sehrâ).cite-ref-93[93]
Einer der Schwerpunkte der jĂŒngeren Solon-Forschung â von Fabienne Blaise als âsolonian questionâ apostrophiertcite-ref-94[94] â ist auf die Frage gerichtet, ob die unter Solons Namen ĂŒberlieferten Elegien seine Verse tatsĂ€chlich originalgetreu wiedergeben. AndrĂ© P.M.H. Lardinois begrĂŒndet seine Zweifel daran mit dem Hinweis, dass in einem Fall nachweislich zwei nicht vollstĂ€ndig identische Versionen eines Solon-Gedichts ĂŒberliefert sind, und Ă€uĂert als Konsequenz speziell hinsichtlich der politischen Dichtung generelle Zweifel an der AuthentizitĂ€t der als Solonisch ĂŒberlieferten Verse.cite-ref-95[95] Eva Stehle hĂ€lt die auf Solon zurĂŒckgefĂŒhrten politischen Gedichte ĂŒberhaupt fĂŒr Produkte des 4. Jahrhunderts v. Chr., entstanden aus dem BedĂŒrfnis, Solon zum Zeugen und Ahnherrn der je eigenen Demokratieauffassung zu machen.cite-ref-96[96] Fabienne Blaise rĂ€umt ein, dass fĂŒr keines der als Solonisch ĂŒberlieferten Gedichte der Echtheitsnachweis erbracht werden könne. Sie leitet aber aus der Analyse der von ihr als vollstĂ€ndig erhalten angesehenen Eunomia-Elegie ab, dass es sich dabei um den Ausdruck einer fĂŒr das 6. Jahrhundert v. Chr. sowohl originellen als aber auch in sich schlĂŒssigen Position handelt, die auch in anderen Gedichtfragmenten Solons wiederzufinden sei.cite-ref-97[97]
Ăhnliche Zuordnungsfragen stellen sich der jĂŒngeren Forschung auch bei den als solonisch ĂŒberlieferten Gesetzen. Adele C. Scafuro schlĂ€gt in diesem Zusammenhang vor, der seit Eberhard Ruschenbuschs Untersuchung 1966cite-ref-98[98] etablierten Unterscheidung von genuin solonischen und nichtsolonischen Gesetzen als dritte Kategorie Gesetze âmit solonischem Kernâ hinzuzufĂŒgen.cite-ref-99[99] Diesem Ansatz zu gesonderter Erfassung von Gesetzen, die einen authentischen Solonischen Kern aufweisen, aber spĂ€ter modifiziert wurden, schlieĂt sich auch P.J. Rhodes an.cite-ref-100[100]
Auf Solons Beitrag zur Herstellung einer auf Wohlfahrt der Polis gerichteten BĂŒrgermentalitĂ€t ist John Lewisâ Abhandlung ĂŒber den Denker Solon gerichtet. Darin hebt Lewis hervor, dass Solon diesen Beitrag nicht als abseits stehender Beobachter und Theoretiker erbracht hat, sondern inmitten tumultartiger Auseinandersetzungen seiner MitbĂŒrger.cite-ref-101[101] Gegen die fĂŒr das Gemeinwesen zerstörerischen Untugenden des Hochmuts und der Selbstsucht habe Solon Selbstkontrolle in Wort und Tat sowie respektvolles Handeln in Bezug auf andere gefördert und verlangt.cite-ref-102[102] Die UnabhĂ€ngigkeit des eigenen Urteilens und Tuns habe er beispielhaft gestĂ€rkt, indem er sozialem Druck nicht nachgab, sondern sich allein den sachlichen Erfordernissen zuwandte.cite-ref-103[103]
Als BegrĂŒnder eines bestimmten Rechtsbewusstseins und einer auf gesetzlicher Grundlage basierenden Rechtstradition wird Solon nicht nur bei Lewis dargestellt,cite-ref-104[104] sondern auch bereits in Joseph Almeidas Untersuchung Justice as an aspect of the polis idea in Solonâs political poems: a reading of fragments in light of the researches of new classical archaeology. Dabei kombinierte Almeida die Auswertung der politischen Dichtung Solons â speziell in Bezug auf das von Dike symbolisierte RechtsverstĂ€ndnis â mit dem Polis-Bild, das die neuere archĂ€ologische Forschung fĂŒr das 6. Jahrhundert v. Chr. zeichnet. Sein Fazit besagt, dass Solons poetische Beschreibung der Lage in Athen in groĂen ZĂŒgen mit den archĂ€ologischen Forschungsergebnissen und Schlussfolgerungen fĂŒr diese Zeit ĂŒbereinstimmt.cite-ref-105[105]
Siehe auch
Textausgaben
Gesetzeswerk
âą Eberhard Ruschenbusch: Solonos Nomoi. Die Fragmente des solonischen Gesetzeswerkes mit einer Text- und Ăberlieferungsgeschichte (= Historia Einzelschriften. Heft 9). Wiesbaden 1966. Eine posthume Neupublikation nach dem Manuskript von Ruschenbusch mit deutschen Ăbersetzungen und Kommentaren erfolgte durch Klaus Bringmann:
âą Eberhard Ruschenbusch: Solon: Das Gesetzeswerk-Fragmente. Ăbersetzung und Kommentar. Herausgegeben von Klaus Bringmann (= Historia Einzelschriften. Heft 215). 2., korrigierte Auflage. Stuttgart 2014, ISBN 978-3-515-10783-9; vgl. dazu die Rezension zur ersten Auflage, Stuttgart 2010, von Winfried Schmitz in Sehepunkte.
âą Delfim F. LeĂŁo, Peter J. Rhodes (Hrsg.): The Laws of Solon. A New Edition with Introduction, Translation and Commentary. Tauris, London 2015, ISBN 978-1-78076-853-3 (neueste Publikation der Gesetze Solons mit englischer Ăbersetzung und Kommentar auf der Grundlage von E. Ruschenbusch).
âą Winfried Schmitz: Leges Draconis et Solonis (LegDrSol). Eine neue Edition der Gesetze Drakons und Solons mit Ăbersetzung und historischer Einordnung (= Historia Einzelschriften. Band 270). 2 TeilbĂ€nde, Franz Steiner, Stuttgart 2023, ISBN 978-3-515-13361-6. â Rezension von Christopher J. Joyce, Bryn Mawr Classical Review 2024.05.12
Poesie
âą Christoph MĂŒlke (Hrsg.): Solons politische Elegien und Iamben (Fr. 1â13; 32â37 West). Einleitung, Text, Ăbersetzung, Kommentar. MĂŒnchen/Leipzig 2002.
âą Martin L. West (Hrsg.): Iambi et elegi Graeci ante Alexandrum cantati. Bd. 2: Callinus. Mimnermus. Semonides. Solon. Tyrtaeus. Minora adespota. 2. Auflage. Oxford University Press, Oxford 1992, ISBN 0-19-814096-7, S. 139â165.
âą Bruno Gentili-Carolus Prato (Hrsg.): Poetae Elegiaci.Testimonia et Fragmenta. Teil 1: Tyrtaios. Mimnermus. Solon. Asius. Phocylides. Xenophanes. 2., verbesserte Auflage. Leipzig 1988, ISBN 3-322-00457-0, S. 61â126.
âą Eberhard Preime: Solon: Dichtungen. SĂ€mtliche Fragmente. Im VersmaĂ des Urtextes ins Deutsche ĂŒbertragen. Griechisch und Deutsch. 3., verbesserte Auflage. MĂŒnchen 1945, ISBN 978-3-11-035772-1.
Literatur
âą Andreas Bagordo: Solon. In: Bernhard Zimmermann (Hrsg.): Handbuch der griechischen Literatur der Antike. Band 1: Die Literatur der archaischen und klassischen Zeit. MĂŒnchen 2011, ISBN 978-3-406-57673-7, S. 169â175 (ĂŒber Solon als Lyriker).
âą Josine Blok, AndrĂ© P.M.H. Lardinois (Hrsg.): Solon of Athens. New Historical and Philological Approaches. Leiden/Boston 2006 (aktuelle BeitrĂ€ge, die teils die HistorizitĂ€t nicht nur der ĂŒberlieferten Ereignisse, sondern der Person Solons selbst radikal in Frage stellen).
âą Lin Foxhall: A View from the Top: Evaluating the Solonian Property Classes. In: Lynette G. Mitchell/Peter J. Rhodes (Hrsg.): The Development of the Polis in Archaic Greece. London/New York 1997, S. 113â136.
âą Hermann FrĂ€nkel: Dichtung und Philosophie des frĂŒhen Griechentums. 5. Auflage. C. H. Beck, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-406-37716-5, S. 249â273.
âą Wolf-Dieter Gudopp-von Behm: Solon von Athen und die Entdeckung des Rechts. WĂŒrzburg 2009, ISBN 978-3-8260-4119-8 (eine komplexe philosophiegeschichtliche Untersuchung Solons im archaischen Kontext mit einer formal-inhaltlichen Analyse der poetischen Fragmente).
âą Edward M. Harris: Did Solon Abolish Debt-Bondage? In: Classical Quarterly. Band 52, 2002, S. 415â430.
âą John Lewis: Solon the Thinker. Political Thought in Archaic Athens. London 2006.
âą Gregory Nagy, Maria Noussia-Fantuzzi (Hrsg.): Solon in the Making: The Early Reception in the Fifth and Fourth Centuries (= Trends in Classics. Band 7, Ausgabe 1). De Gruyter, Berlin/Boston 2015.
âą Pavel Oliva: Solon â Legende und Wirklichkeit (= Konstanzer Althistorische VortrĂ€ge und Forschungen. Band 20). Konstanz 1988, ISBN 3-87940-331-7.
âą Hansjörg Reinau: Die Entdeckung der bĂŒrgerlichen Verantwortung. In: Hansjörg Reinau, JĂŒrgen von Ungern-Sternberg (Hrsg.): Politische Partizipation. Idee und Wirklichkeit von der Antike bis in die Gegenwart (= Colloquia Raurica. Band 13). De Gruyter, Berlin / Boston 2013, S. 3â43.
âą Charlotte Schubert: Solon. UTB Profile, TĂŒbingen/Basel 2012, ISBN 978-3-8252-3725-7.
âą Michael Stahl: Solon F 3D. Die Geburtsstunde des demokratischen Gedankens. In: Gymnasium. Band 99, 1992, S. 385â408.
âą Phillip V. Stanley: The economic reforms of Solon. St. Katharinen 1999.
âą Isabella Tsigarida: Solon. BegrĂŒnder der Demokratie? Eine Untersuchung der sogenannten Mischverfassung Solons von Athen und deren demokratischer Bestandteile. Bern u. a. 2006 (eine neuere Darstellung und Deutung, der methodische und inhaltliche MĂ€ngel bescheinigt werden. Rezension v. W. Schmitz in Sehepunkte/Rezension von Monika Bernett in h-soz-kult; PDF-Datei; 84 kB).
âą Robert W. Wallace: The Date of Solonâs Reforms. In: American Journal of Ancient History. Band 8, 1983, S. 81â95.
Weblinks
Wikiquote: Solon
â Zitate
Wikisource: Friedrich Schiller: Die Gesetzgebung des Lykurgus und Solon
â Quellen und Volltexte
Commons
: Solon
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Solon
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Literatur von und ĂŒber Solon im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Lars Leithold: Die Reformen des Solon
Anmerkungen
cite-note-11. â Siehe zum Beispiel Norbert Ehrhardt: Athen im 6. Jh. v. Chr. Quellenlage, Methodenprobleme und Fakten. In: Euphronios und seine Zeit. Staatliche Museen, Berlin 1992, S. 12â23; Mortimer Chambers: Exkurs: Zur Chronologie Solons. In: Mortimer Chambers: Aristoteles, Staat der Athener. Ăbersetzt und erlĂ€utert von Mortimer Chambers. Berlin 1990, S. 161â163; Pamela-Jane Shaw: Discrepancies in Olympiad Dating and Chronological Problems of Archaic Peloponnesian History. Stuttgart 2003 (Rezension).
cite-note-22. â Kurt Raaflaub: Einleitung und Bilanz. In Konrad Kinzl (Hrsg.): Demokratia. Der Weg zur Demokratie bei den Griechen. Darmstadt 1995, S. 9 f.
cite-note-33. â Hartwin Brandt: Solon. In Kai Brodersen (Hrsg.): GroĂe Gestalten der griechischen Antike. MĂŒnchen 1999, S. 84 f.
cite-note-44. â Pavel Oliva: Solon â Legende und Wirklichkeit. Konstanz 1988, S. 37; Hartwin Brandt: Solon. In: Kai Brodersen (Hrsg.): GroĂe Gestalten der griechischen Geschichte. MĂŒnchen 2001, S. 85; Chambers Ă€uĂert sich sehr zweifelnd dazu in: Aristoteles: Der Staat der Athener. Ăbersetzt und erlĂ€utert von Mortimer Chambers. Darmstadt 1990. S. 162 f.
cite-note-55. â Hartwin Brandt: Solon. In: Kai Brodersen (Hrsg.): GroĂe Gestalten der griechischen Geschichte. MĂŒnchen 2001, S. 85.
cite-note-66. â Pavel Oliva: Solon â Legende und Wirklichkeit. Konstanz 1988, S. 29.
cite-note-77. â Pavel Oliva: Solon â Legende und Wirklichkeit. Konstanz 1988, S. 40â45.
cite-note-88. â Pavel Oliva: Solon â Legende und Wirklichkeit. Konstanz 1988, S. 45 f.
cite-note-99. â Christian Meier: Entstehung und Besonderheit der griechischen Demokratie. In Konrad Kinzl (Hrsg.): Demokratia. Der Weg zur Demokratie bei den Griechen. Darmstadt 1995. S. 269 f.
cite-note-1010. â Hartwin Brandt: Solon. In: Kai Brodersen (Hrsg.): GroĂe Gestalten der griechischen Geschichte. MĂŒnchen 2001, S. 85; Pavel Oliva: Solon â Legende und Wirklichkeit. Konstanz 1988, S. 78.
cite-note-1111. â Oswyn Murray nennt Solons Gedichte âeine direkt politische Lyrikâ (Oswyn Murray: Das frĂŒhe Griechenland. Ăbersetzt von Kai Brodersen. MĂŒnchen 1982, S. 230).
cite-note-1212. â John Lewis: Solon the Thinker. Political Thought in Archaic Athens. London 2006, S. 1 und 20.
cite-note-1313. â Christian Meier: Entstehung und Besonderheit der griechischen Demokratie. In Konrad Kinzl (Hrsg.): Demokratia. Der Weg zur Demokratie bei den Griechen. Darmstadt 1995, S. 266.
cite-note-1414. â Karl-Wilhelm Welwei: Athen. Von den AnfĂ€ngen bis zum Hellenismus. Band 1: Athen. Vom neolithischen Siedlungsplatz zur archaischen GroĂpolis. Bibliographisch aktualisierte einbĂ€ndige Ausgabe, Darmstadt 2011 (Originalausgabe 1992), S. 154â160.
cite-note-1515. â Solon, Fragment 4,5â29 (West); Christoph MĂŒlke (Hrsg.): Solons politische Elegien und Iamben (Fr. 1â13; 32â37 West). Einleitung, Text, Ăbersetzung, Kommentar. MĂŒnchen/Leipzig 2002, S. 43â45.
cite-note-1616. â Christoph MĂŒlke (Hrsg.): Solons politische Elegien und Iamben (Fr. 1â13; 32â37 West). Einleitung, Text, Ăbersetzung, Kommentar. MĂŒnchen/Leipzig 2002, S. 91.
cite-note-1717. â Michael Stahl: Solon F 3D. Die Geburtsstunde des demokratischen Gedankens. In: Gymnasium. Band 99, 1992, S. 402 f.
cite-note-1818. â Solon, Fragment 4,32â39 (West); Christoph MĂŒlke (Hrsg.): Solons politische Elegien und Iamben (Fr. 1â13; 32â37 West). Einleitung, Text, Ăbersetzung, Kommentar. MĂŒnchen/Leipzig 2002, S. 45.
cite-note-1919. â Karl-Wilhelm Welwei: Athen. Von den AnfĂ€ngen bis zum Hellenismus. Bd. 1: Athen. Vom neolithischen Siedlungsplatz zur archaischen GroĂpolis. Bibliographisch aktualisierte einbĂ€ndige Ausgabe, Darmstadt 2011 (Originalausgabe 1992), S. 150.
cite-note-2020. â ÏαῊÏα ÎŽÎčÎŽÎŹÎŸÎ±Îč ΞÏ
ÎŒáœžÏ áŒÎžÎ·ÎœÎ±áœ¶ÎżÏ
Ï ÎŒÎ” ÎșΔλΔÏΔÎč (Solon, Fragment 4,30 (West); Christoph MĂŒlke (Hrsg.): Solons politische Elegien und Iamben (Fr. 1â13; 32â37 West). Einleitung, Text, Ăbersetzung, Kommentar. MĂŒnchen/Leipzig 2002, S. 45)
cite-note-2121. â Michael Stahl: Solon F 3D. Die Geburtsstunde des demokratischen Gedankens. In: Gymnasium. Band 99, 1992, S. 398.
cite-note-2222. â Karl-Wilhelm Welwei: Athen. Von den AnfĂ€ngen bis zum Hellenismus. Bd. 1: Athen. Vom neolithischen Siedlungsplatz zur archaischen GroĂpolis. Bibliographisch aktualisierte einbĂ€ndige Ausgabe, Darmstadt 2011 (Originalausgabe 1992), S. 150 f.
cite-note-2323. â Thukydides 2,40; zitiert von Michael Stahl: Solon F 3D. Die Geburtsstunde des demokratischen Gedankens. In: Gymnasium. Band 99, 1992, S. 402.
cite-note-2424. â Aristoteles: Der Staat der Athener. Ăbersetzt und erlĂ€utert von Mortimer Chambers. Darmstadt 1990, S. 161 f.
cite-note-2525. â Charlotte Schubert: Solon. UTB Profile, TĂŒbingen/Basel 2012, S. 45.
cite-note-2626. â Josiah Ober: Das antike Griechenland. Eine neue Geschichte. Stuttgart 2016, S. 223.
cite-note-2727. â Neuerdings bezweifelt wird die Existenz der Hektemorier von Mischa Meier: Die athenischen Hektemoroi â eine Erfindung? In: Historische Zeitschrift. Band 294, 2012, S. 1â29.
cite-note-2828. â Karl-Wilhelm Welwei: Athen. Von den AnfĂ€ngen bis zum Hellenismus. Bd. 1: Athen. Vom neolithischen Siedlungsplatz zur archaischen GroĂpolis. Bibliographisch aktualisierte einbĂ€ndige Ausgabe, Darmstadt 2011 (Originalausgabe 1992), S. 161 f.
cite-note-2929. â Solon, Fragment 5,5â6 (West); Christoph MĂŒlke (Hrsg.): Solons politische Elegien und Iamben (Fr. 1â13; 32â37 West). Einleitung, Text, Ăbersetzung, Kommentar. MĂŒnchen/Leipzig 2002, S. 49.
cite-note-3030. â Karl-Wilhelm Welwei: Athen. Von den AnfĂ€ngen bis zum Hellenismus. Bd. 1: Athen. Vom neolithischen Siedlungsplatz zur archaischen GroĂpolis. Bibliographisch aktualisierte einbĂ€ndige Ausgabe, Darmstadt 2011 (Originalausgabe 1992), S. 163.
cite-note-3131. â Michael Stahl: Aristokraten und Tyrannen im archaischen Athen. Untersuchungen zur Ăberlieferung, zur Sozialstruktur und zur Entstehung des Staates. Wiesbaden 1987, S. 194 f.
cite-note-3232. â Aristoteles: Der Staat der Athener. Ăbersetzt und erlĂ€utert von Mortimer Chambers. Darmstadt 1990, S. 167. Chambers geht ebenda auch auf die mit Ă€hnlicher Funktion geschaffenen Kyrbeis ein.
cite-note-3333. â Pavel Oliva: Solon â Legende und Wirklichkeit. Konstanz 1988, S. 61.
cite-note-3434. â Karl-Wilhelm Welwei: Athen. Von den AnfĂ€ngen bis zum Hellenismus. Bd. 1: Athen. Vom neolithischen Siedlungsplatz zur archaischen GroĂpolis. Bibliographisch aktualisierte einbĂ€ndige Ausgabe, Darmstadt 2011 (Originalausgabe 1992), S. 166.
cite-note-3535. â Karl-Wilhelm Welwei: Athen. Von den AnfĂ€ngen bis zum Hellenismus. Bd. 1: Athen. Vom neolithischen Siedlungsplatz zur archaischen GroĂpolis. Bibliographisch aktualisierte einbĂ€ndige Ausgabe, Darmstadt 2011 (Originalausgabe 1992), S. 176 f.
cite-note-3737. â John Lewis: Solon the Thinker. Political Thought in Archaic Athens. London 2006, S. 124.
cite-note-3838. â Pavel Oliva: Solon â Legende und Wirklichkeit. Konstanz 1988, S. 56. Welwei weist darauf hin, dass es in den ĂŒberlieferten solonischen Satzungen keine Anweisungen zur Erfassung des Jahreseinkommens athenischer BĂŒrger gibt, und sieht dafĂŒr unter den damaligen Gegebenheiten auch keine Notwendigkeit. (Karl-Wilhelm Welwei: Athen. Von den AnfĂ€ngen bis zum Hellenismus. Bd. 1: Athen. Vom neolithischen Siedlungsplatz zur archaischen GroĂpolis. Bibliographisch aktualisierte einbĂ€ndige Ausgabe, Darmstadt 2011 (Originalausgabe 1992), S. 182â184.)
cite-note-3939. â Stark bezweifelt wird die Existenz der Pentakosiomedimnoi als gesonderte Vermögensklasse zur Zeit Solons von Kurt Raaflaub, der ihre EinfĂŒhrung erst im Zuge der Etablierung der entwickelten attischen Demokratie um die Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. ansetzt (Athenian and Spartanian Eunomia, or: what to do with Solons Timocracy? In: Josine Blok, AndrĂ© P.M.H. Lardinois (Hrsg.): Solon of Athens. New Historical and Philological Approaches. Leiden/Boston 2006, S. 408, 415â417.).
cite-note-4040. â Aristoteles: Der Staat der Athener. Ăbersetzt und erlĂ€utert von Mortimer Chambers. Darmstadt 1990, S. 170.
cite-note-4141. â Aristoteles: Der Staat der Athener. Ăbersetzt und erlĂ€utert von Mortimer Chambers. Darmstadt 1990, S. 178; Charlotte Schubert: Solon. UTB Profile, TĂŒbingen/Basel 2012, S. 62 f.; Karl-Wilhelm Welwei: Athen. Von den AnfĂ€ngen bis zum Hellenismus. Bd. 1: Athen. Vom neolithischen Siedlungsplatz zur archaischen GroĂpolis. Bibliographisch aktualisierte einbĂ€ndige Ausgabe, Darmstadt 2011 (Originalausgabe 1992), S. 190â192; Pavel Oliva: Solon â Legende und Wirklichkeit. Konstanz 1988, S. 57 f.
cite-note-4242. â Phillip V. Stanley: The economic reforms of Solon. St. Katharinen 1999, S. 255.
cite-note-4343. â Herodot, Historien 2,177
cite-note-4444. â Charlotte Schubert: Solon. UTB Profile, TĂŒbingen/Basel 2012, S. 26 f.
cite-note-4545. â Karl-Wilhelm Welwei: Athen. Von den AnfĂ€ngen bis zum Hellenismus. Bd. 1: Athen. Vom neolithischen Siedlungsplatz zur archaischen GroĂpolis. Bibliographisch aktualisierte einbĂ€ndige Ausgabe, Darmstadt 2011 (Originalausgabe 1992), S. 201.
cite-note-4646. â Solon, Fragment 34,4â9 (West); Christoph MĂŒlke (Hrsg.): Solons politische Elegien und Iamben (Fr. 1â13; 32â37 West). Einleitung, Text, Ăbersetzung, Kommentar. MĂŒnchen/Leipzig 2002, S. 65.
cite-note-4848. â Solon, Fragment 33,1â4 (West); Christoph MĂŒlke (Hrsg.): Solons politische Elegien und Iamben (Fr. 1â13; 32â37 West). Einleitung, Text, Ăbersetzung, Kommentar. MĂŒnchen/Leipzig 2002, S. 339.
cite-note-4949. â Solon, Fragment 33,5â7 (West); Christoph MĂŒlke (Hrsg.): Solons politische Elegien und Iamben (Fr. 1â13; 32â37 West). Einleitung, Text, Ăbersetzung, Kommentar. MĂŒnchen/Leipzig 2002, S. 63 und erlĂ€uternd ebenda S. 349.
cite-note-5050. â Solon, Fragment 11,1â8 (West); Christoph MĂŒlke (Hrsg.): Solons politische Elegien und Iamben (Fr. 1â13; 32â37 West). Einleitung, Text, Ăbersetzung, Kommentar. MĂŒnchen/Leipzig 2002, S. 52â55.
cite-note-5151. â Solon, Fragment 9,1â6 (West); Christoph MĂŒlke (Hrsg.): Solons politische Elegien und Iamben (Fr. 1â13; 32â37 West). Einleitung, Text, Ăbersetzung, Kommentar. MĂŒnchen/Leipzig 2002, S. 50â53.
cite-note-5252. â Bei John Lewis heiĂt es: âAs a sophos, Solonâs ability to see the deeper implications of a situation, and thus to avoid long-term harm and attain long-term victory, is his primary claim to virtue over both the potential tyrant and the witting supporters. Solon demonstrates his wisdom by claiming to peer inside the would-be tyrantâs noos, the deeper, unseen cause of tyranny. His own purported interchange with a critic recreates the hidden, yet essential difference, between the lawgiver and the tyrant: the tyrantâs concern is for the power or loot of the moment, while the lawgiverâs focus is long range, which is reflected in the later tradition that he swore his fellows to live by the laws for years into the futureâ (John Lewis: Solon the Thinker. Political Thought in Archaic Athens. London 2006, S. 35).
cite-note-5353. â Δጰ ÎŽáœČ ÎłáżÏ áŒÏΔÎčÏÎŹÎŒÎ·Îœ / ÏÎŹÏÏÎŻÎŽÎżÏ, ÏÏ
ÏÎ±ÎœÎœÎŻÎŽÎżÏ ÎŽáœČ Îșα᜶ ÎČÎŻÎ·Ï áŒÎŒÎ”ÎčλίÏÎżÏ
/ Îżáœ ÎșαΞηÏÎŹÎŒÎ·Îœ ÎŒÎčÎŹÎœÎ±Ï Îșα᜶ ÎșαÏαÎčÏÏÏÎœÎ±Ï ÎșλΔÏÏ, / ÎżáœÎŽáœČΜ αጰΎÎÎżÎŒÎ±Îč· ÏλΔÏΜ Îłáœ°Ï áœ§ÎŽÎ” ΜÎčÎșÎźÏΔÎčΜ ÎŽÏÎșÎÏ / ÏÎŹÎœÏÎ±Ï áŒÎœÎžÏÏÏÎżÏ
Ï (Solon, Fragment 32,1â5 (West); Christoph MĂŒlke (Hrsg.): Solons politische Elegien und Iamben (Fr. 1â13; 32â37 West). Einleitung, Text, Ăbersetzung, Kommentar. MĂŒnchen/Leipzig 2002, S. 62 f.).
cite-note-5454. â Charlotte Schubert: Solon. UTB Profile, TĂŒbingen/Basel 2012, S. 88.
cite-note-5555. â Herodot, Historien 2,177,2; zitiert nach Charlotte Schubert: Solon. UTB Profile, TĂŒbingen/Basel 2012, S. 44.
cite-note-5656. â Platon, Timaios 20dâ25e; Plutarch, Solon 26; Skepsis hinsichtlich des solonischen Anteils an der Verbreitung des Atlantis-Mythos lĂ€sst Oliva erkennen. Ihn ĂŒberzeugt Platons alleiniger Hinweis nicht (Pavel Oliva: Solon â Legende und Wirklichkeit. Konstanz 1988, S. 83).
cite-note-5757. â Plutarch, Solon 26,6; zitiert nach Charlotte Schubert: Solon. UTB Profile, TĂŒbingen/Basel 2012, S. 89.
cite-note-5858. â Plutarch, Solon 27,1; zitiert nach Pavel Oliva: Solon â Legende und Wirklichkeit. Konstanz 1988, S. 13.
cite-note-5959. â Aristoteles: Der Staat der Athener. Ăbersetzt und erlĂ€utert von Mortimer Chambers. Darmstadt 1990, S. 191.
cite-note-6060. â Herodot, Historien I, 30â32; Plutarch, Solon 27; Schubert kommentiert: âSolons Begegnung mit Kroisos und die bei diesem Treffen gefĂŒhrten GesprĂ€che sind fĂŒr Herodot ein Fokus, anhand dessen er seinen Lesern grundsĂ€tzliche Ăberlegungen zu Leben und Tod, Weisheit und Verblendung darlegt. Dass er diese ausgerechnet Solon in den Mund legt, kann nur aus der besonderen Bedeutung erklĂ€rt werden, die gerade Solon bereits im 5. Jh. zugeschrieben wurde â so treffen der MĂ€chtigste und der Weiseste zusammenâ (Charlotte Schubert: Solon. UTB Profile, TĂŒbingen/Basel 2012, S. 76).
cite-note-6161. â Herodot, Historien 86 f.; Pavel Oliva: Solon â Legende und Wirklichkeit. Konstanz 1988, S. 11 f.; Charlotte Schubert: Solon. UTB Profile, TĂŒbingen/Basel 2012, S. 76â78.
cite-note-6262. â Plutarch, Solon 28
cite-note-6363. â Plutarch, Solon 30 f.
cite-note-6464. â Plutarch, Solon 32
cite-note-6565. â John Lewis: Solon the Thinker. Political Thought in Archaic Athens. London 2006, S. 1.
cite-note-6666. â ÎŁÏλÏΜ áŸżÎΟηÎșΔÏÏÎŻÎŽÎżÏ
áŒÎžÎ·ÎœÎ±áżÎżÏ áŒÏη Solon, Sohn des Exekestides, aus Athen sagte
cite-note-6767. â Diogenes Laertios 1,63
cite-note-6868. â Ăbersetzung von Bruno Snell
cite-note-books-jhr3xfkindsc-6969. â Samuel Singer: Thesaurus proverbiorum medii aevi. Band 11. Walter de Gruyter, Berlin u. a. 2001, ISBN 978-3-11-016951-5, S. 69 fĂŒr altgriechisches Original (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-7070. â áŒÏៜ áŒ§Ï áŒÏÏᜎ ÎŽÎ·ÎŒÎżÎșÏαÏÎŻÎ±Ï áŒÎłÎΜΔÏÎż. Zitiert nach: Aristoteles: Der Staat der Athener. Ăbersetzt und erlĂ€utert von Mortimer Chambers. Darmstadt 1990, S. 96.
cite-note-7171. â Christian Meier: Entstehung und Besonderheit der griechischen Demokratie. In Konrad Kinzl (Hrsg.): Demokratia. Der Weg zur Demokratie bei den Griechen. Darmstadt 1995. S. 276.
cite-note-7272. â Karl-Wilhelm Welwei: Athen. Von den AnfĂ€ngen bis zum Hellenismus. Bd. 1: Athen. Vom neolithischen Siedlungsplatz zur archaischen GroĂpolis. Bibliographisch aktualisierte einbĂ€ndige Ausgabe, Darmstadt 2011 (Originalausgabe 1992), S. 206.
cite-note-7373. â Christian Meier: Entstehung des Begriffs >Demokratie<. Vier Prolegomena zu einer historischen Theorie. Frankfurt am Main 1970, S. 59.
cite-note-7474. â Karl-Wilhelm Welwei: Athen. Von den AnfĂ€ngen bis zum Hellenismus. Bd. 1: Athen. Vom neolithischen Siedlungsplatz zur archaischen GroĂpolis. Bibliographisch aktualisierte einbĂ€ndige Ausgabe, Darmstadt 2011 (Originalausgabe 1992), S. 178.
cite-note-7575. â Karl-Wilhelm Welwei: Athen. Von den AnfĂ€ngen bis zum Hellenismus. Bd. 1: Athen. Vom neolithischen Siedlungsplatz zur archaischen GroĂpolis. Bibliographisch aktualisierte einbĂ€ndige Ausgabe, Darmstadt 2011 (Originalausgabe 1992), S. 169 f.
cite-note-7676. â Pavel Oliva: Solon â Legende und Wirklichkeit. Konstanz 1988, S. 81.
cite-note-7777. â Charlotte Schubert: Solon. UTB Profile, TĂŒbingen/Basel 2012, S. 65 f.
cite-note-7878. â Hans-Joachim Gehrke: The figure of Solon in the AthĂȘnaiĂŽn Politeia. In: Josine Blok, AndrĂ© P.M.H. Lardinois (Hrsg.): Solon of Athens. New Historical and Philological Approaches. Leiden/Boston 2006, S. 279.
cite-note-7979. â Pavel Oliva: Solon â Legende und Wirklichkeit. Konstanz 1988, S. 82 f.
cite-note-8080. â Michael Stahl: Solon F 3D. Die Geburtsstunde des demokratischen Gedankens. In: Gymnasium. Band 99, 1992, S. 400 f.
cite-note-8181. â Kurt Raaflaub: Einleitung und Bilanz. In Konrad Kinzl (Hrsg.): Demokratia. Der Weg zur Demokratie bei den Griechen. Darmstadt 1995, S. 25â52.
cite-note-8282. â âIn many respects Solon and his associates, who helped to formulate these reforms, did more than any other individuals to advance an determine the economic development of Athens over the next several centuriesâ (Phillip V. Stanley: The economic reforms of Solon. St. Katharinen 1999, S. 298 f.).
cite-note-8383. â Michael Stahl: Solon F 3D. Die Geburtsstunde des demokratischen Gedankens. In: Gymnasium. Band 99, 1992, S. 406.
cite-note-8484. â Michael Grant: Klassiker der antiken Geschichtsschreibung. MĂŒnchen 1981, S. 32â64; speziell S. 52 und 61.
cite-note-8585. â Problemdarstellung bei Chambers, S. 76 f. (Aristoteles: Der Staat der Athener. Ăbersetzt und erlĂ€utert von Mortimer Chambers. Darmstadt 1990.).
cite-note-8686. â Aristoteles: Der Staat der Athener. Ăbersetzt und erlĂ€utert von Mortimer Chambers. Darmstadt 1990, S. 159.
cite-note-8787. â Aristoteles: Der Staat der Athener. Ăbersetzt und erlĂ€utert von Mortimer Chambers. Darmstadt 1990, S. 175.
cite-note-8888. â Hans-Joachim Gehrke: The figure of Solon in the AthĂȘnaiĂŽn Politeia. In: Josine Blok, AndrĂ© P.M.H. Lardinois (Hrsg.): Solon of Athens. New Historical and Philological Approaches. Leiden/Boston 2006, S. 284â286.
cite-note-8989. â Michael Grant: Klassiker der antiken Geschichtsschreibung. MĂŒnchen 1981, S. 266â269.
cite-note-9090. â Michael Grant: Klassiker der antiken Geschichtsschreibung. MĂŒnchen 1981, S. 274.
cite-note-9191. â Lukas de Blois: Plutarchâs Solon: a tissue of commonplaces or a historical account? In: Josine Blok, AndrĂ© P.M.H. Lardinois (Hrsg.): Solon of Athens. New Historical and Philological Approaches. Leiden/Boston 2006, S. 429 f.
cite-note-9292. â ââŠhe undoubtly used factual information that he found in his sources in a quite scrupulous way, as he always didâ (Lukas de Blois: Plutarchâs Solon: a tissue of commonplaces or a historical account? In: Josine Blok, AndrĂ© P.M.H. Lardinois (Hrsg.): Solon of Athens. New Historical and Philological Approaches. Leiden/Boston 2006, S. 437).
cite-note-9393. â Michael Stahl: Aristokraten und Tyrannen im archaischen Athen. Untersuchungen zur Ăberlieferung, zur Sozialstruktur und zur Entstehung des Staates. Wiesbaden 1987, S. 231.
cite-note-9494. â Fabienne Blaise: Poetics and politics: tradition re-worked in Solonâs âEunomiaâ (Poem 4). In: Josine Blok, AndrĂ© P.M.H. Lardinois (Hrsg.): Solon of Athens. New Historical and Philological Approaches. Leiden/Boston 2006, S. 129.
cite-note-9595. â AndrĂ© P.M.H. Lardinois: Have we Solonâs verses? In: Josine Blok, AndrĂ© P.M.H. Lardinois (Hrsg.): Solon of Athens. New Historical and Philological Approaches. Leiden/Boston 2006, S. 33.
cite-note-9696. â Eva Stehle: Solonâs self-reflexive political persona and its audience. In: Josine Blok, AndrĂ© P.M.H. Lardinois (Hrsg.): Solon of Athens. New Historical and Philological Approaches. Leiden/Boston 2006, S. 110 f.
cite-note-9797. â Fabienne Blaise: Poetics and politics: tradition re-worked in Solonâs âEunomiaâ (Poem 4). In: Josine Blok, AndrĂ© P.M.H. Lardinois (Hrsg.): Solon of Athens. New Historical and Philological Approaches. Leiden/Boston 2006, S. 130 f.
cite-note-9898. â Eberhard Ruschenbusch: ÎŁÎÎΩÎÎÎŁ ÎÎÎOI. Die Fragmente des solonischen Gesetzeswerks mit einer Text- und Ăberlieferungsgeschichte (= Historia Einzelschriften. Bd. 9). Wiesbaden 1966.
cite-note-9999. â Adele C. Scafuro: Identifying Solonian laws. In: Josine Blok, AndrĂ© P.M.H. Lardinois (Hrsg.): Solon of Athens. New Historical and Philological Approaches. Leiden/Boston 2006, S. 179.
cite-note-100100. â P. J. Rhodes: The reforms and laws of Solon: an optimistic view. In: Josine Blok, AndrĂ© P.M.H. Lardinois (Hrsg.): Solon of Athens. New Historical and Philological Approaches. Leiden/Boston 2006, S. 257.
cite-note-101101. â John Lewis: Solon the Thinker. Political Thought in Archaic Athens. London 2006, S. 23.
cite-note-102102. â John Lewis: Solon the Thinker. Political Thought in Archaic Athens. London 2006, S. 31.
cite-note-103103. â John Lewis: Solon the Thinker. Political Thought in Archaic Athens. London 2006, S. 39 f.
cite-note-104104. â John Lewis: Solon the Thinker. Political Thought in Archaic Athens. London 2006, S. 128â130.
cite-note-105105. â Joseph Almeida: Justice as an aspect of the polis idea in Solonâs political poems: a reading of fragments in light of the researches of new classical archaeology. Leiden und Boston 2003, S. 239.